Grippe-Impfung für das Spitalpersonal: Fingerzeig auf dem Lohnblatt

Traditionell ist die Impfmüdigkeit in Spitalbetrieben gross. Eine Impf-Kampagne in Zürcher Spitälern und Pflegeheimen soll jetzt Abhilfe schaffen.

, 9. Oktober 2015, 08:52
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Seit Jahren lassen die meisten Spitäler ihr Personal gratis gegen Grippe impfen. Dennoch: die Impfquote ist nach wie vor (zu) tief.
Rebecca Spirig, die Pflegedirektorin des Unispitals Zürich, wollte das Thema nicht auf sich bewenden: ««Die Sicherheit der Patientinnen und Patienten steht für mich an erster Stelle», sagt sie dem «Tages-Anzeiger».

Careum-Direktor mit von der Partie

Zusammen mit ihrer Kollegin Yvonne Huber vom Kinderspital klopfte sie im Frühling bei Christian Schär an, dem Direktor des Bildungszentrum für Gesundheitsberufe in Zürich (Careum) und gleichzeitig Präsident des Verbandes Zürcher Krankenhäuser (VZK).
Herausgekommen ist nun eine Impf-Kampagne, die alle Spitäler im Kanton Zürich abdecken soll. Unterstützt wird die Aktion von sämtlichen Spitalleitungen und von Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger.

Auch der Gesundheitsdirektor meldet sich zu Wort

38'000 Flyer und Hunderte von Plakaten sind gedruckt. Die Spitäler hängen die Plakate auf, verteilen die Flyer oder verschicken sie mit den Lohnabrechnungen Ende Oktober, wie im Bericht im «Tages-Anzeiger» steht.
Im Flyer appelliert der Zürcher Gesundheitsdirektor an die «hohe Verantwortung» der Gesundheitsfachpersonen: «Wir vertrauen Ihnen als Patientinnen und Patienten unsere Gesundheit an».

BAG: Mit Grips gegen die Grippe

Unabhängig von der aktuellen Zürcher Kampagne nimmt auch das Bundesamt für Gesundheit einen neuen Anlauf. Mit der « Nationale Strategie zur Prävention der saisonalen Grippe (Grips)» soll die Zahl der schweren Grippe-Erkrankungen sinken. Die Umsetzung ist für die Jahre 2015 und 2018 geplant. 
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