ETH-Professor gewinnt wichtigen Medizin-Preis

Nenad Ban beschrieb als erster Wissenschaftler den atomaren Aufbau von Ribosomen in Zellen höherer Lebewesen. Nun erhält der ETH-Strukturbiologe dafür den Ernst Jung-Preis für Medizin.

, 9. Januar 2017, 10:15
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Der Ernst Jung-Preis für Medizin zählt mit einem Preisgeld von 300‘000 Euro zu den höchstdotierten Medizinpreisen Europas. Die diesjährige Auszeichnung geht an den ETH-Strukturbiologen Nenad Ban; er teilt sich den Preis mit dem Göttinger Neurowissenschaftler Tobias Moser.
Nenad Ban beschrieb als erster Wissenschaftler die atomare Struktur von Ribosomen in Zellen höherer Lebewesen (eukaryontischen Zellen), wie aus einer Mitteilung der ETH hervorgeht. Ribosomen stellen in lebenden Zellen nach der Vorlage des genetischen Codes Proteine her.

Wichtiger Schritt: Proteinbiosynthese

Seine Forschungsresultate haben eine Bedeutung für Erkrankungen wie Krebs oder Stoffwechselstörungen. Die Arbeiten sind laut der Jung-Stiftung wesentliche Voraussetzungen, um zu verstehen, wie dieser grundlegende Prozess in Zellen von kranken Personen verändert ist.
Nenad Ban sei sehr erfreut und fühle sich geehrt, sagte der 50-Jährige. Nicht nur in seinem Namen, sondern auch im Namen seines gesamten Teams des Institutes für Molekularbiologie und Biophysik der ETH Zürich. «Diese Auszeichnung ist auch eine Anerkennung der interdisziplinären Herangehensweise in der Strukturbiologie, wie wir sie an der ETH über viele Jahre etabliert haben, um die Funktionen der Zelle zu untersuchen.» 

Über den Ernst Jung Preis

Der Ernst Jung-Preis für Medizin wird von der Hamburger Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung vergeben, die der Hamburger Reeder und Erdölhändler Ernst Jung (1896-1976) im Jahr 1967 gegründet hat. Der diesjährige Preis wird am 19. Mai 2017 an einer Feier in Hamburg überreicht. Zu den Preisträgern vergangener Jahre gehören auch die ETH-Professoren Martin Schwab, Ari Helenius und Ernst Hafen.
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