Die Geburtshilfe-Ausbildung der Zukunft

Virtuelle Realität in der Medizin-Ausbildung: Wie das geht, lässt dieser 3D-Geburtssimulator ahnen.

, 24. Januar 2018, 10:00
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Heute gibt es schon allerlei Konzernabteilungen und Firmen zur Entwicklung von medizinischem Trainings-Gerät, und eines dieser Unternehmen hat jetzt ein sehr spezifisches Angebot vorgestellt: Es dient der Ausbildung von Hebammen sowie von Pflege- und Arzt-Personal in der Geburtshilfe. «Lucina» ist ein Geburts-Simulator, der für die Microsoft-3D-Brille Hololens gebaut wurde.
Zum Ausbildungspaket gehören Mannequins von Mutter und Fötus in Echtgrösse – inklusive dehnbaren Gelenken oder flexiblem Uterus. Entscheidend ist aber die 3D-Dimension: Mit der Hololens-Brille sehen die Studenten quasi in den Körper hinein.
Werbefilm für das «Lucina»-System
Es entsteht also eine Interaktivität, wo ein Geburtsvorgang im Ablauf visuell verfolgt wird und man zugleich aktiv eingreifen kann, um alle Problemstellungen mit allen Handgriffen zu üben. 
Auf einer zusätzlichen Ebene lassen sich weitere Aspekte simulieren: Via Laptop und der entsprechenden Software können die Dozenten beispielsweise Veränderungen bei Blutdruck, Puls oder anderen Vitalwerten «hineinspielen». Oder anders gesagt: Zu «Lucina» gehört beispielsweise auch eine Reihe von simulierten Patientendossiers, welche auf dem Bildschirm einen Fall supponieren – mit Allergien, Medikamentreaktionen oder eben auch mit dem Puls von Mutter und Kind.
Derzeit sind 33 «Lucina»-Modelle an amerikanischen Colleges und Medical Schools im Einsatz – der Preis liegt bei etwa 80'000 Dollar. 

Körper mit dem Finger erforschen

Das Grundprinzip ist bekanntlich nicht neu. Auch andere Unternehmen entwickeln 3D-Programme beziehungsweise Hologramme, in denen man den menschlichen Körper quasi per Handgriff und mit dem Finger erforschen kann. Einen neuen intensiven Einblick in den Anatomie-Unterricht der nächsten Generation verspricht etwa «3D4medical»

Und ähnliche Tests laufen auch bei «Hololens»-Entwicklerin Microsoft selbst. So erleben angehende Ärzte am Lerner College of Medicine der Universität von Cleveland dank Hologramm-Programmen und den entsprechenden Spezialbrillen den Körper dreidimensional – und bekommen so einen ähnlich konkreten Einblick wie am realen Körper. Und sie können die Strukturen fast noch feiner erforschen.
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