Cyber-Attacken: So verwundbar sind unsere Spitäler

Sind Schweizer Spitäler gut gegen Angriffe von Ha­ckern geschützt? Nicht ganz. Eine Studie deckt die Schwachstellen auf.

, 15. Oktober 2015 um 13:08
image
  • spital
  • informatik
  • it
  • trends
  • praxis
Wie steht es um die IT- und Datensicherheit der Schweizer Spitäler? Dieser Frage ist Martin Darms in einer wissenschaftlichen Arbeit nachgegangen. Das Resultat: Nur 84 Prozent der untersuchten Spitäler sind genügend gegen Cyber-Attacken ge­wappnet.
Das Hauptproblem sei dabei die Sicherheit in den internen Netzwerken der Spitäler. Die häufigsten Einfalls­tore für Angreifer: Stark veraltete und nicht mehr unterstützte Betriebs­systeme, Standardpasswörter und ungeschützte Testserver. 

Grosse Differenzen zwischen Spitälern

Was Darms, der seit über 20 Jahren bei Medizinfirmen arbeitet, vor allem überrascht habe, seien die doch sehr unter­­schiedlichen Sicher­heits­­ni­veaus. «Es gibt Diff­e­renzen im Bereich des 10-fachen!», sagte er gegenüber dem Fachportal «Computerworld».
Für seine Arbeit «Gefährdung Schwei­zer Spitäler gegenüber Cyberangriffen» hat der Elektroingenieur 523 Systeme (Medi­zingeräte, Server, Clients) von 7 der insgesamt 278 Spitäler und Kliniken in der Schweiz analysiert.

Cyberattacken in der Gesundheitsindustrie nehmen zu

Ein Cyber-Angriff auf ein Krankenhaus kann verhee­rende Folgen haben: Vom harmlosen Ausfall der Webseite bis hin zur voll­ständigen Lahmlegung eines Spitalbetriebs ist alles möglich. Im schlimmsten Fall mit tödli­chem Ausgang.
Cyberattacken betreffen zunehmend auch die Gesundheitsindustrie, wie das Beispiel des zweitgrössten US-Krankenversicherers Anthem im zeigt. Der Konzern wurde erst vor kurzem Opfer des weltweit grössten Datendiebstahls von Gesundheitsdaten: Daten von 80 Millionen laufenden und ehemaligen Kunden wurden gestohlen.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Das Potenzial der vernetzten Radiologie

Das traditionelle Spitalkonzept muss sich ändern, um den Anforderungen des sich wandelnden Gesundheitswesens gerecht zu werden. Ein Beispiel dafür ist das "Hub and Spoke"-Modell. Am Beispiel des Kantonsspitals Baden (KSB) zeigen wir, wie dieser Ansatz Synergien in der Vernetzung verbessern kann.

image

Auch das Kantonsspital Obwalden soll zur LUKS Gruppe

Die Regierung in Sarnen will das Kantonsspital zur AG umwandeln und zum Teil eines Spitalverbunds machen.

image

Ein Verein will das GZO Spital Wetzikon retten

Ein Hauptanliegen ist es, der allgemeinen Verunsicherung über die Zukunft des Spitals entgegenzutreten.

image

Pilotprojekt: Rettungsflugi ersetzt Heli und Ambulanz

In Deutschland wird demnächst ein Gerät getestet, das die Notfallversorgung in ländlichen Gegenden umkrempeln soll. Es wäre auch eine Antwort auf Spitalschliessungen.

image

Auch die Bündner Regierung baut einen Rettungsschirm für Spitäler

Die Überlegung: Die Spitäler verdienen zu wenig. Zugleich sind sie nicht kreditwürdig. Also muss der Kanton einspringen.

image

Stadtspital Zürich legt IT, Beschaffung und Betrieb zusammen

In der Folge gibt es auch zwei neue Mitglieder der Spitalleitung.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.