Barmelweid: Das Aus des Pflegeheims gibt zu reden

Die Klinik Barmelweid schliesst Ende Jahr das Pflegezentrum mit den Langzeit-Pflegeplätzen. Dieser Entscheid ist umstritten.

, 20. Oktober 2016, 08:56
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Vor fünf Jahren wurde es für über 20 Millionen gebaut – das Pflegezentrum Barmelweid, direkt neben der Klinik mit Sicht auf Aaretal und Alpen.
Ende Jahr will die Barmelweid die knapp 50 Pflegebetten auf drei Wohnstationen aufheben. Künftig sollen dort geriatrische und internistische respektive demenzkranke Patienten betreut werden.

Rentieren Demenzkranke besser?

Das Pflegezentrum habe mit Schwankungen der Nachfrage nach Pflegebetten «und leider auch mit den damit verbundenen finanziell negativen Auswirkungen» zu kämpfen, informierten Barmelweid-CEO Beat Stierlin und Pflegezentrumsleiter Hillevi Zimmerli in einem Brief.
Der Entscheid, das Pflegezentrum zu schliessen, ist offenbar umstritten. In den Augen der ehemaligen Aargauer CVP-Grossrätin Irmeline Gehrig werden «die Senioren aus finanziellen Gründen vertrieben». Dies sagte sie gegenüber Radio SRF. «Wenn das Geld im Vordergrund steht, ist das daneben», so Gehrig weiter.

Was die Klinik dazu sagt

Bei der Klinik Barmelweid heisst es: «Wenn alle Erlinsbacher ihre Angehörigen in die Barmelweid bringen würden, wären wir ausgebucht. Irgendwann müssten wir eine Lösung finden, die für alle Beteiligten und damit auch unser Unternehmen funktioniere», so Mediensprecherin Martha Brem zu Radio SRF
Dass demenzerkrankte Patienten für das Pflegezentrum finanziell einträglicher seien, verneinte Barmelweid-Finanzchef Andreas Müller jüngst gegenüber der «Aargauer Zeitung».
«Der zusätzliche Ertrag bei einer spezialisierten Demenzpflege wird durch den höheren Stellenschlüsselbedarf und den grösseren Aufwand kompensiert.» Die konstant hohe Nachfrage in diesem Bereich garantiere aber eher eine stabile hohe Auslastung, so Müller weiter.
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