Auch St. Gallen will Amtsärzte besser stellen

Eine Idee: Amtsärzte müssten künftig keine Notfalldienste mehr leisten.

, 20. März 2017, 14:06
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Anfang März beschloss die Thurgauer Regierung, dass die Amtsärzte besser gestellt werden sollen – und sie äusserte die Bereitschaft, dafür jährlich 120'000 Franken mehr auszugeben. Jetzt folgt der Nachbarkanton St. Gallen: Laut einem Bericht der dortigen Regierung will man ebenfalls mehr investieren.
Dabei sollen die St. Galler Amtsärzte finanziell besser entschädigt werden. Zugleich könnten sie vom regulären Notfalldienst suspendiert werden. Dies meldet das «Regionaljournal» von Radio SRF.

Das Profi-Modell käme teurer

Der Grund ist bekannt: Es mangelt an Nachwuchs – der ständige Pikettdienst bremst meistens das Interesse. In der Region Werdenberg beispielsweise sei nur noch ein Amtsarzt registriert. 
Zugleich möchte auch die St. Galler Regierung beim Modell bleiben, wonach Hausärzte die Funktion freiwillig übernehmen. Profi-Amtsärzte, so die Befürchtung, kämen am Ende weitaus teurer zu stehen. 
In der Schweiz verfügen die meisten Kantone über ein Amts- oder Bezirksarztmodell. In einer Umfrage der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren gaben 2015 mehrere Kantone an, dass es künftig nicht mehr möglich sein werde, das Amtsarzt-Modell mit niedergelassenen Ärzten (Grundversorgern) zu garantieren. 
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