Ambulant statt stationär: Zwei weitere Kantone machen Druck

Auch Baselland und Basel-Stadt arbeiten an einer Liste von Behandlungen, die nur noch ambulant durchgeführt werden sollen. Geprüft wird auch ein Test mit einer «Zero Night»-Pauschale.

, 1. Juni 2017, 07:43
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Dass die so genannte 13er-Liste keine Zentralschweizer oder Zürcher Spezialität sein soll – dies machte die Gesundheitsdirektoren-Konferenz schon Mitte Mai öffentlich klar. 
Gemeinsam wollen die Kantone darauf hinarbeiten, dass eine nationale Liste von Behandlungen entsteht, welche nicht mehr stationär durchgeführt werden sollen oder gar dürfen. Zürich und Luzern arbeiten bereits an der Umsetzung – und jetzt folgen die beiden Basel.

«Strenger kontrollieren»

Wie das kantonale Gesundheitsdepartement der «Basler Zeitung» bestätigte, arbeiten die Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (Basel-Stadt) und Thomas Weber (Baselland) an einer Liste von Operationen, welche die Spitäler künftig nur noch ambulant durchführen dürfen. Man wolle die Rolle als Regulator strenger ausüben und «die stationäre Spitalbedürftigkeit strenger kontrollieren», so die Aussage der Basler GD.
In der Nordwestschweiz geht es dabei nicht nur um allgemeine Kosteneinsparungen: Sondern hinzu kommt, dass solch eine Liste offenbar auch als Werkzeug dienen kann für den Einsatz der geplanten ambulatorischen Tagesklinik, die statt dem heutigen Bruderholzspital eingerichtet werden soll.
Interessant ist ferner, dass die beiden Gesundheitsdirektoren zugleich Sondierungsgespräche mit Spitälern und Krankenversicherern führen: Geprüft wird die Idee eines Pilotprojekts mit dem Ziel eines neuartigen tages-chirurgischen Tarifes, erfuhr die BaZ. Es ginge also darum, eine «Zero Night»-Pauschale regional zu testen, bei der ein Einheitspreis festgelegt ist – ganz gleich, ob ein Eingriff stationär oder ambulant durchgeführt wird. 
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