KSOW: Stabile Patientenzahlen, höhere Erträge

Fachkräftemangel, Teuerung und starre Tarife – diese Faktoren brachten 2023 auch das Kantonsspital Obwalden in den roten Bereich.

, 7. Mai 2024 um 09:37
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Peter Werder, CEO des KSOW
Die Patientenzahlen des Kantonsspitals Obwalden waren letztes Jahr im stationären Bereich leicht rückläufig (3'740 Patienten nach 3'820 im Vorjahr); derweil gab es im ambulanten Bereich ein leichtes Plus: Insgesamt wurden am KSOW rund 34'500 Konsultationen durchgeführt. Beim Anteil der zusatzversicherten Patienten verzeichnete das Kantonsspital mit 16 Prozent einen leichten Rückgang.
Unterm Strich stieg der Betriebsertrag um 3 Prozent auf 66,8 Millionen Franken. Dennoch verzeichnete das Kantonsspital Obwalden 2023 einen Verlust von 1,34 Millionen Franken; im Vorjahr hatte es noch einen Gewinn von knapp 700'000 Franken ausgewiesen.
Fürs negative Ergebnis finden sich auch in Sarnen die bekannten Erklärungen: Fachkräftemangel, allgemeine Teuerung sowie die nicht angepassten Tarife, insbesondere in der ambulanten Versorgung.
Die Teuerung habe sich vor allem in den deutlich höheren Beschaffungskosten für medizinische Materialien und Energiekosten (Stromkosten: 51 Prozent höher) niedergeschlagen, so die Mitteilung. Ebenso mussten die Löhne gesteigert und vermehrt temporäres Personal eingestellt werden. Dieser Mehraufwand verursachte Kosten von rund 2,4 Millionen Franken.

«Nicht unerwartet»

«Trotz aller Schwierigkeiten konnte das KSOW einen Ertragsanstieg verzeichnen», kommentiert CEO Peter Werder die Entwicklung: «Der ausgewiesene Verlust ist leicht höher als budgetiert und vor dem Hintergrund der herausfordernden wirtschaftlichen Bedingungen im Jahr 2023 nicht unerwartet.» Die angepassten und rückwirkend geltenden Tariferhöhungen im stationären Bereich hätten das Resultat immerhin massgeblich verbessert.
Fürs laufende Jahr nennt das KSOW weiterhin den Fachkräftemangel und die Teuerung als zentrale Themen. Es sei ein besonderes Anliegen, die finanzielle Stabilität zu erhalten – zumal in der IT hohe Investitionen anstehen. Diese seien nötig, um die Anforderungen im Gesundheitsbetrieb zu sichern sowie den Anschluss an die LUKS-Gruppe weiter zu verfolgen.
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