Viktor 2023: Ein Preis für das schlaue Teamwork

Der Award für das Startup-Projekt des Jahres ging an das «Réseau de l'Arc» von Swiss Medical Network, Visana und Kanton Bern. Weil es ein Projekt mit wichtiger Ausstrahlung ist.

, 15. März 2024 um 16:14
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Alles aus einer Hand: Alexandre Ormont (Direktor Viva), Antoine Hubert (VR-Delegierter Swiss Medical Network), Pierre Alain Schnegg (Regierungsrat Kanton Bern)  |  Bild: Santémedia.
Ob sich das später einmal als visionäre Wahl erweisen wird? Der «Viktor» für den Newcomer des Jahres ging dieses Jahr nicht etwa an ein Startup – sondern an eine Gross-Kooperation von mehreren Schwergewichten. Das «Viva – Réseau de l’Arc» ist ein Gemeinschaftsprojekt der Spitalgruppe Swiss Medical Network, der Krankenversicherung Visana sowie des Kantons Bern.
«Es setzt neue Masstäbe in der integrierten Versorgung», sagte «Viktor»-Jurymitglied Guido Meyer in seiner Laudatio: Visionär sei die Idee, drei Akteure mit unterschiedlichen Interessen zusammenzubringen, um die Patienten ein Leben lang zu begleiten. Im Grunde seien die Vorteile eines Kopfpauschalen-Systems, bei dem die Mengenanreize wegfallen, ja vielfach anerkannt. Aber Sonderinteressen hätten die Umsetzung stets verhindert – «bis Viva kam».
Die Organisation startete im Januar im Jurabogen – zwischen Moutier über Biel bis Neuenburg. Und sie vereinigt Spitäler, Radiologie- und Praxiszentren, eine Apotheke sowie die Krankenkasse Visana in der Absicht, in einem integrierten System von den Mengenanreizen wegzukommen.

Vorbild USA

Ein entscheidender Punkt liegt in der Budgetverantwortung: Die Anbieter des Réseau haben ein vorgegebenes Jahresbudget – und folglich ein Interesse, die Angebote und Fälle günstig zu gestalten. Zum Beispiel durch Investitionen in Prävention und Prophylaxe.
Dies die Idee, die vom Swiss Medical Network (beziehungsweise deren Patron Antoine Hubert), vom Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg und von Visana-Präsident Lorenz Hess vorangetrieben wurde und wird.
Die Idee hat ein Vorbild – ein Vorbild, das mehr Menschen vereinigt als die Schweiz: Das US-Healthcare-Netzwerk Kaiser Permanente hat insgesamt 12 Millionen Mitglieder. Wer dazu gehört und sich bei Kaiser versichern lässt, bekommt alles aus einer Hand: Zugang zu Kaiser-Telehealth- und Kaiser-Beratungsprogrammen, zu Kaiser-Spitälern, zu rund 700 Kaiser-Arztpraxen. Dabei setzt das System stark auf Prävention, mit der Folge, dass es am Ende für alle günstiger ist.

Schluss mit Silo

Damit ist auch erklärt, wie die Gruppe aus dem Jurabogen derzeit das Schweizer Gesundheitssystem erneuern will – beim Angebot, beim Service, bei den Kosten. Was Kaiser in Amerika ist, soll hierzulande aus dem Réseau de l’Arc erwachsen. Die Krankenkasse Visana offeriert dazu in den entsprechenden Regionen der Kantone Bern, Jura und Neuenburg ein neues Grundversicherungsmodell.
«Ich bin sicher, dass Viva in die anderen Regionen der Schweiz ausstrahlen wird», sagte Antoine Hubert, Spiritus rector und Verwaltungsrat von Swiss Medical Network, an der «Viktor»-Gala in Bern: «Ich fordere alle Leistungserbringer der Schweiz auf, ihr Silo aufzugeben.»

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