Fast die Hälfte der Erwachsenen ist hausarztversichert

Hausarzt-Modelle sind gemäss Comparis mit grossem Vorsprung weiterhin am beliebtesten. Telmed-Modelle hingegen konnten trotz Digitalisierungs-Schub in der Pandemie nicht zulegen.

, 18. November 2021 um 07:00
image
  • comparis
  • praxis
  • ärzte
  • felix schneuwly
Das Hausarzt-Modell bleibt auch für das kommende Jahr mit grossem Vorsprung die beliebteste Grundversicherung. Sowohl bei den Erwachsenen über 25 Jahre als auch bei den jungen Erwachsenen. Dies zeigt eine aktuelle Analyse der Krankenkassentrends, durchgeführt vom Online-Vergleichsdienst Comparis. 
Faktisch ist heute fast die Hälfte der erwachsenen Personen ab 18 Jahren in der Schweiz hausarztversichert. «Das ist angesichts des landauf, landab beklagten Hausarztmangels erstaunlich», erklärt Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly.
image
Comparis

Bei den Jungen ist Schluss mit Digitalisierung 

Telmed-Modelle gewinnen hingegen trotz Corona keinen Boden, wie die Auswertung mit über 5,2 Millionen Suchanfragen auf dem grössten Krankenkassenvergleichsportal der Schweiz weiter zeigt. Nur 13,4 Prozent aller erwachsenen Personen sind gegenwärtig Telmed-versichert. Und wenn es um die Krankenversicherung gehe, sei selbst bei den Jungen Schluss mit Digitalisierung, hält der Online-Vergleichsdienst fest.  
image
Comparis

Warum Telmed-Modelle Potential haben

Für Felix Schneuwly haben Telmed-Modelle aber trotzdem ein Potenzial. Und zwar wenn sie in Apps integriert werden, mit denen Versicherte sich im Dschungel der medizinischen Dienstleistungen orientieren und auf Qualitätsdaten gestützt unter den jeweils besten Angeboten auswählen können.

Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Psychotherapie: Mindcare eröffnet Standort in Zürich

Nach dem Start in Winterthur plant Mindcare die nächste Praxis. Sie bietet Psychotherapie – mit einem Konzept, bei dem die Therapeuten weitestgehend von Administration und Organisation entlastet werden.

image

Integrierte Versorgung im Alltag: Ein Hausarzt zieht Bilanz

Die Hausarztmedizin steht unter Druck. VIVA vom Swiss Medical Network soll Ärzte entlasten und die Versorgungsqualität durch integrierte Zusammenarbeit steigern. Dr. Azarnoush berichtet, wie sich das Modell in der Praxis bewährt.

image

Arztstellen bleiben zwei Monate unbesetzt

Mit einem neuen Tool zeigt das Obsan, wie sich die Ärzteschaft im Land entwickelt: mehr Patientenkontakt, mehr offene Stellen – und über 30 Prozent der Grundversorgerpraxen mit Patienten-Stopp.

image

Spitäler halbieren Verlust – aber zwei Drittel bleiben im Minus

2024 reduzierten die Schweizer Spitäler ihren Verlust – nach 777 Millionen Franken im Vorjahr waren es nun 347 Millionen. Aber immer noch schreiben fast zwei Drittel der öffentlichen Kliniken rote Zahlen. Die Zahl der Ärzte stieg stärker als jene des Pflegepersonals.

image

Ein Oensinger Gesundheitszentrum betreibt den ersten «Medicomat» in der Schweiz

Das Gerät im Vitasphère-Gesundheitszentrum funktioniert wie ein Getränkeautomat. Doch statt Flaschen gibt der Automat rund um die Uhr Medikamente heraus.

image

«Schauen Sie genau, wen Sie heiraten – das meine ich ernst.»

Seilschaften, starre Regeln und intransparente Gehälter bremsen Frauen auf dem Weg zur Chefarztposition. Rückhalt daheim ist entscheidend – und Teilzeit ist problematisch: Das sagt Susanne Renaud, Chefärztin Neurologie am Spital Neuenburg.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.