Epilepsie vorhersagen: Inselspital-Arzt erhält renommierten Preis

Mit seiner Arbeit zu Mustern epileptischer Anfälle weist Maxime Olivier Baud neue Wege für die Therapie. Dafür erhält der Neurologe als erster Schweizer den renommierten Michael-Preis.

, 30. Mai 2025 um 09:43
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Bild: PD Insel Gruppe
Maxime Olivier Baud vom Inselspital wurde mit dem Michael-Preis ausgezeichnet. Dieser ehrt wissenschaftliche Arbeiten, die neue Erkenntnisse zu zentralen Fragen der Epilepsie liefern; er wird seit 1963 alle zwei Jahre von der Michael Stiftung in Bonn vergeben, ist mit jeweils 15’000 Euro dotiert – und die Liste der Preisträger lese sich wie ein «Who is who» der Epilepsie-Forschung, schreibt die Stiftung selber.
Mit Maxime Oliver Baud erhält erstmals ein Forscher aus der Schweiz den internationalen Award. Der Neurologe und Neurowissenschaftler ist Oberarzt am Inselspital; dort leitet er die Seizure Unit an der Universitätsklinik für Neurologie. Die Jury würdigt, dass Bauds Forschung zur Vorhersagbarkeit epileptischer Anfälle einen bedeutenden Fortschritt zur Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen darstelle.
Denn sie liefert Antworten auf ein zentrales Anliegen: die Planbarkeit des Alltags trotz Epilepsie.
Maxime Baud studierte Neurowissenschaften an der Universität Lausanne und liess sich an der University of California San Francisco zum Neurologen ausbilden. Danach arbeitete er in der Neurologie am HUG und am Wyss Center in Genf, bevor er 2018 nach Bern wechselte.
In seiner Forschung nutzte er langfristige EEG-Aufzeichnungen und zugleich komplexe statistische Analysen, um Periodizitäten aufzudecken. Damit konnte «er nachweisen, dass die epileptische Aktivität bei vielen Patienten innerhalb eines Tages und über viele Tage hinweg mehreren rhythmischen Mustern folgt», heisst es in der Würdigung des Michael-Preises.
Und weiter: «Diese Studien, die in renommierten Zeitschriften wie Lancet Neurology, JAMA Neurology und Annals of Neurology veröffentlicht wurden, haben gezeigt, dass Patienten Phasen erhöhter Anfallsanfälligkeit durchlaufen, dass diese Anfälligkeit mithilfe interiktaler epileptischer Entladungen beurteilt werden kann und dass die Zyklizität patientenspezifisch ist.»
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