Privatkliniken fordern nun freien Markt im Gesundheitswesen

Angesichts der steigenden Krankenkassenprämien kommt eine radikale Forderung: Alle Regulierungen abzuschaffen.

, 28. September 2022, 06:39
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Der Zürcher FDP-Nationalrat Beat Walti (53) ist der Präsident von Ospita, dem Verband der privaten Gesundheitsunternehmen. | Parlamentsdienste
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Die Schweizer Privatkliniken sind verärgert über die massiven Prämienanstiege bei den Kassen. Deren Verband Ospita übt entsprechend harsche Kritik am Bundesrat und an den Kantonen: «Die Politik der umfassenden Beplanung, Rationierung und Verbote hat kaum Erfolge gezeitigt.» Ospita kommt deshalb zum Schluss: «Sie muss gestoppt werden.»

Unternehmerische Initiative «abgewürgt»

Trotz den «zigfachen Regulierungsaktionen» seien die Krankenkassenprämien regelmässig um mehrere Prozent pro Jahr gestiegen. Sämtliche Steuerungs- und Rationierungsvorlagen hätten nicht zu den erhofften Dämpfeffekten geführt, aber im Gegenzug unternehmerische Initiativen «abgewürgt».
Den privaten Gesundheitsunternehmen fehlt insbesondere das Personal. Schuld daran gibt Ospita der «Planwirtschaft» des Bundes. Der Verband ist überzeugt, dass die «bürokratischen Beplanung» der Berufsleute schuld daran sei. Das Risiko, einen Gesundheitsberuf zu ergreifen, sei zu hoch.

Gegen Globalbudgets

Eine Breitseite feuert der Verband gegen die Globalbudgets, welche derzeit im Gesundheitswesen diskutiert werden. Solche «planwirtschaftliche Methode» würden nicht zum Ziel führen. Denn: «Die Behörden werden nie in der Lage sein, vernünftige Kostenprognosen zu erstellen», prophezeit Ospita.
Das Rezept das Verbands gegen steigende Prämien: Er will den freien Markt spielen lassen. Das heisst: Im Wettbewerb unter den Anbietern behaupten sich jene, die am wirksamsten, am zweckmässigsten und am günstigsten behandeln.
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