Zwei Bundesgerichtsurteile mit Folgen

Leidet in den Spitälern die Fehlerkultur?

, 7. November 2018 um 08:30
image
  • spital
  • gericht
  • cirs
Strafverfolger können bei Bedarf auf ein vertrauliches Fehlermeldesystem der Spitäler zugreifen. Das hat das Bundesgericht in zwei Fällen entschieden. Die Urteile aus dem Jahr 2016 bedrohen die Fehlerkultur an den Spitälern, schreibt der «Tages Anzeiger». Denn sogenannte Critical Incident Reporting System (CIRS) sind extra so ausgestaltet, dass das personal Fehler melden kann, ohne dass dadurch jemanden juristische Konsequenzen drohen. So soll sichergestellt werden, dass Vorkommnisse auch tatsächlich gemeldet werden. Denn nur so können Fehler erkannt und fortan vermieden werden.
Doch aufgrund der Entscheide des Bundesgerichts hat etwa das Tessiner Zwangsmassnahmengericht entschieden, dass das CIRS praktisch gleich zu behandeln ist wie Daten aus den Krankenakten. «Das CIRS ist wie eine zarte Pflanze, die Gefahr läuft, durch juristische Eingriffe zerstört zu werden», wird der Qualitätsbeauftragter des Kantonsspitals Uri im Artikel zitiert. Seine Kollegin  Adriana Degiorgi vom Tessiner Kantonsspital sagt: «Das wäre das Ende eines der wichtigsten Instrumente, um die Sicherheit und Qualität in Spitälern zu erhöhen».
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Kantonsspital Aarau: Mehr Betten im Neubau

Wegen einer «unverändert hohen Patientennachfrage» plant das KSA nun doch mehr Betten.

image

Hirslanden: Umbau an der Spitze – näher zu den Regionen

Hirslanden-Zürich-Direktor Marco Gugolz zieht als Regional Operations Executive in die Konzernleitung ein.

image

Was geschieht mit dem Spital Thusis?

Die Stiftung Gesundheit Mittelbünden sucht Wege aus der finanziellen Krise – beraten von PwC. Ein Entscheid soll im Herbst fallen.

image

CSEB: «Herausfordernd, aber zufriedenstellend»

Trotz roten Zahlen und leicht rückläufigen Patientenzahlen gibt sich das Center da sandà Engiadina Bassa optimistisch.

image

Spital STS: Hohe Patientenzahlen bewahren nicht vor Verlust

Sowohl stationär als auch ambulant gab es bei der Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland 2023 einen Zuwachs.

image

Spital Lachen bricht Neubau-Projekt ab

Nun soll saniert statt neu gebaut werden – aus finanziellen Gründen, aber auch wegen der Flexibilität.

Vom gleichen Autor

image

Covid-19 ist auch für das DRG-System eine Herausforderung

Die Fallpauschalen wurden für die Vergütung von Covid-19-Behandlungen adaptiert. Dieses Fazit zieht der Direktor eines Unispitals.

image

Ein Vogel verzögert Unispital-Neubau

Ein vom Aussterben bedrohter Wanderfalke nistet im künftigen Zürcher Kispi. Auch sonst sieht sich das Spital als Bauherrin mit speziellen Herausforderungen konfrontiert.

image

Preisdeckel für lukrative Spitalbehandlungen?

Das DRG-Modell setzt Fehlanreize, die zu Mengenausweitungen führen. Der Bund will deshalb eine gedeckelte Grundpauschale - für den Direktor des Unispitals Basel ist das der völlig falsche Weg.