Zuerst das Blut - dann eine Grillwurst

Die Blutspendezentren von Basel, Genf und Bern werben derzeit mit Grillfesten und Glacé um Spender.

, 12. August 2020, 05:25
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«Es sind wieder Grillwochen!»: Nein, das ist kein Spruch von Migros oder Coop. Sondern so wirbt das Blutspendezentrum beider Basel. «Rainer, unser Grillmeister aus der Produktion, stellt sich über Mittag an den Grill für Euch!», stellt das Spendezentrum in Aussicht.

Würste, Bier und Vegi-Spiessli

Nach der Blutspende solle man sich doch in den Spitalgarten setzten und geniessen: «Es gibt Würste vom Jenzer, alkoholfreies Bier, Kartoffelsalat und jetzt neu auch feine Vegi-Spiessli vom Tibitis!»
Auch andere regionale Blutspendedienste locken die Spender mit speziellen Angeboten: Die Hopitaux Universitaires de Genève (HUG) etwa mit einer Sorbet-Degustation.

Glacé auch in Bern, in der Waadt und im Wallis

Glacé gibt es ausserdem bei der interregionalen Blutspende, welche Bern, Waadt und Wallis umfasst. «Werden Sie zum Sommerhelden! In 40 Minuten ein Leben retten und als Dankeschön ein Glace erhalten», werden die Spender aufgefordert.
Etwas nüchterner laden andere Blutspendedienste ein, etwa jene im Aargau, Solothurn, Graubünden, Neuenburg, Jura, in der Ostschweiz, im Tessin, in der Zentralschweiz oder in Freiburg. Sie publizieren Ort und Zeit der Blutpendemöglichkeiten.

Zürich bietet Pflästerli und Gutscheine

Zürich wiederum behilft sich mit Spendergeschenken - abgestuft nach Häufigkeit. Für die erste Spende gibt es ein Pflasterbox, dann weitere kleine Geschenke beim zweiten und beim fünften Mal.
Zum zehnten Aderlass kann man zum Beispiel einen Schrittzähler wählen, dann gibt es bei jedem weiteren zehnten Mal immer wertvollere Gaben. Beim 250. Mal ist es ein elfteiliger Messerblock oder ein Reka- oder Büchergutschein im Wert von 250 Franken.

Kein akuter Blutmangel

Die Grill- und Glacé-Aktionen sind offenbar kein verzweifelter Versuch, mehr Spender zu gewinnen. «Abgesehen von der in jedem Sommer üblichen Delle können wir derzeit keinen spürbaren Rückgang des Spenderaufkommens feststellen», versichert Bernhard Wegmüller, Direktor der Dachorganisation Blutspende SRK Schweiz.
Viele Spitäler holen derzeit aufgeschobene Operationen nach. Das führt dazu, dass mehr Thrombozytenkonzentrate gebraucht werden. Thrombozyten werden unter anderem an Krebspatienten verabreicht. Doch gesamtschweizerisch sei die Versorgungslage gut, sagt Wegmüller.

Nicht aussergewöhnlich, sondern nötig

Die speziellen Sommeraktionen von einigen Regionen seien nicht aussergewöhnlich, sondern wichtig, betont Wegmüller gegenüber Medinside. Die regionalen Blutspendedienste müssten nämlich laufend neue Blutspender motivieren. «Um den jährlichen Stamm von rund 220 000 Mehrfachspendern aufrecht zu erhalten, braucht es pro Jahr rund 30 000 neue Spender.»
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Aargau und Solothurn werben mit Flipflops fürs Blutspenden. | SRK
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