Zürich: Notfall-Sanitäter im Einsatz angegriffen und schwer verletzt

Damit scheint eine neue Aggressions-Stufe erreicht. In Zürich kommt es pro Jahr zu rund 400 Angriffen auf Rettungspersonal.

, 31. August 2015, 07:26
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  • notfall
  • praxis
Dass aggressive Typen auch vor Rettungssanitätern nicht Halt machen und sie bedrohen, beschimpfen oder behindern – dies gehört zu den Randphänomen des heutigen Nachtlebens. 
Jetzt wurde in Zürich offenbar eine neue Grenze überschritten: Am Sonntagabend wurde ein Rettungssanitäter im Kreis 4 bei einem Einsatz angegriffen – offenbar ohne erkennbaren Grund. 

Einfach zu Boden geschlagen

Der 52-Jährige sei dabei «schwer verletzt» worden, wie ein Polizeisprecher gegenüber dem «Tages-Anzeiger» und «20 Minuten» bestätigte. 
Der Mann war kurz vor 21 Uhr zu Boden geschlagen worden. Als die Polizei vorfuhr, war der Sanitäter nicht ansprechbar und musste sofort mit einem angeforderten Rettungsfahrzeug ins Spital gebracht werden. Dort stabilisierte sich sein Zustand, sodass er nach rund drei Stunden wieder das Bewusstsein erlangte. Die medizinischen Abklärungen seien noch nicht abgeschlossen, meldet die Stadtpolizei Zürich am Montag Vormittag

Pfefferspray und Schutzweste

Offenbar musste der Ambulanzwagen bei der Langstrasse anhalten. Dabei riss ein Passant ohne ersichtlichen Grund den Heckscheibenwischer des Autos ab. Der Lenker des Rettungsfahrzeugs stiegs aus und stellte den Mann zur Rede. In der Folge wurde er von diesem mehrfach auf den Kopf- und Halsbereich geschlagen, sodass er bewusstlos zu Boden fiel. Anschliessend schüttete der Täter dem Bewusstlosen sein Bier aus der angebrauchten Dose über den Kopf. 
Der Täter, ein 47-jähriger Schweizer, konnte später von der Polizei verhaftet werden. 
In Zürich kam es im vergangenen Jahr zu rund 400 Übergriffen gegen Personal im Rettungseinsatz – dies bei insgesamt 34'000 Einsätzen. Vier von fünf Rettungsfahrern tragen deshalb inzwischen einen Pfefferspray auf sich, einzelne Retter rücken bereits mit einer Schutzweste aus.
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