Zürich bietet neuen Schnellkurs in Corona-Pflege

Weil Zürich befürchtet, dass es schon bald wieder an Corona-Pflegepersonal mangeln könnte, gibt es nun einen 4-tägigen Kurs.

, 6. August 2020 um 11:12
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120 geschulte Pflegefachpersonen, die im Notfall einen «sofortigen Mehrwert» beim Einsatz auf den Intensivstationen der Zürcher Spitäler zeigen können: Das ist das Ziel der Zürcher Gesundheitsdirektion.

USZ und Z-INA stellten den Kurs auf die Beine

Sie hat deshalb das Universitätsspital Zürich (USZ) damit beauftragt, zusammen mit der Höheren Fachschule für Intensiv-, Notfall- und Anästhesiepflege (Z-INA) einen neuen Kurs anzubieten.
Sollte die Zahl der Corona-Patienten wieder ansteigen, könnten die Zürcher Spitäler nämlich schnell wieder am Limit sein. Deshalb will der Kanton dafür sorgen, dass in einem solchen Fall das Personal auf der Intensivpflege genug geschulte Helferinnen und Helfer aus der normalen Pflege erhält.

Vier Tage Theorie und dann fünf Tage Praxis auf der IPS

Damit dieses zusätzliche Pflegepersonal auf den Einsatz auf der Intensivstation vorbereitet ist, gibt es in Zürich nun den speziellen Corona-Kurs: «Unterstützungspflege auf der Intensivstation» heisst er.
Die Fortbildung besteht aus vier Tagen Theorieunterricht. Danach ist vorgesehen, dass die Teilnehmenden fünf Tage lang auf der Intensivstation in ihrem Spital die Praxis kennenlernen.

Nur noch zwei freie Kursdaten

Zwei der vier Kursdaten sind bereits ausgebucht. Der Kurs kostet 920 Franken. Doch weder für die Spitäler noch die Kursteilnehmer müssen etwas zahlen. Das Kursgeld und die Lohnkosten für den Arbeitsausfall übernimmt die Zürcher Gesundheitsdirektion.
Die Kursteilnehmer lernen in den 32 Lektionen die Besonderheiten von Intensivpatienen kennen, unter anderem die Lagerung und Mobilisation, gängige Medikamente oder auch das Bereitstellen von Beatmungsgeräten.

Pflegepersonal konnte auf der IPS zu wenig helfen

Schon während der ersten Corona-Welle wurden dem Intensivpflegepersonal in den Akutspitälern weitere Pflegefachpersonen zur Unterstützung beiseite gestellt. Die Erfahrung zeigte jedoch, dass oft niemand so recht wusste, wo und wie das zusätzliche Personal eingesetzt werden könnte. «Dadurch war der Mehrwert dieser Unterstützung eher gering», kommt die Z-INA jetzt zum Schluss.
Ziel des neuen Kurses ist es deshalb vor allem, dass die geschulten Personen künftig genau wissen, was bei einem allfälligen Einsatz auf der Intensivstation ihre Aufgaben sein werden.
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