Zürich: Ärzte wehren sich für «Seniorenbewilligung»

Die Gesundheitsdirektion macht der Spezialbewilligung für pensionierte Ärzte – recht diskret – den Garaus.

, 19. August 2018 um 09:45
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Die so genannte Seniorenbewilligung erlaubt es pensionierten Ärzten, im engeren Umfeld weiterhin medizinisch tätig zu sein. Der Kanton Zürich hat diese Variante nun abgeschafft: Wenn die Bewilligung – die jeweils auf drei Jahre ausgestellt wird – ausläuft, wird sie nicht mehr erneuert.
Wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet, entsteht nun aber Widerstand. Ueli Bachmann, Walter Grete und Gaby Igual, drei Zürcher Mediziner im Ruhestand, haben 750 Ärzte im Pensionierungsalter angeschrieben – wovon 463 immer noch in einer Praxis arbeiten und 250 noch eine Seniorenbewilligung haben.

«Staatlicher Übergriff»

«Ich empfinde es als staatlichen Übergriff, dass ich nach Jahrzehnten klagloser Arbeit niemanden mehr in meiner Familie betreuen darf und sogar für ein Rezept, das ich für mich selbst brauche, zu einem anderen Arzt gehen muss», sagt Gaby Igual in der NZZ. Und Walter Grete, ehemaliger Präsident der kantonalen Ärztegesellschaft spricht von einem «entwürdigenden Umgang mit älteren Berufsleuten».
Auch mit einer eigenen Website wird mobilisiert. Inzwischen hätten über 500 der Angeschriebenen einen Protestbrief unterschrieben, so Grete in der NZZ.
Der Kanton begründet die Streichung damit, dass die gesetzlichen Grundlagen fehlen. «Für eine eingeschränkte Berufsausübungsbewilligung besteht kein Rechtsraum, keine Notwendigkeit und kein Bedarf», schreibt die Gesundheitsdirektion der NZZ.
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