Zürcher und St. Galler Patienten bevorzugen Thurgauer Spital

Das Spital Thurgau hat letztes Jahr die Patientenzahlen und den Gewinn deutlich gesteigert. Auffällig sind die vielen Patienten aus Nachbarkantonen.

, 11. Mai 2022, 13:43
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  • jahresabschluss 2021
31 Millionen Franken Gewinn hat die Thurmed-Gruppe letztes Jahr gemacht. Ungefähr die Hälfte kommt vom Spital Thurgau, die andere Hälfte des Gewinns haben die übrigen Unternehmen der Thurmed-Gruppe beigetragen. Dazu gehören unter anderem Röntgeninstitute, Praxen, die Spitalapotheke, zwei Wäschereien und die Venenklinik Bellevue in Kreuzlingen.

10 Prozent mehr Patienten aus anderen Kantonen

Die Patientenzahlen der Thurmed-Gruppe haben stark zugenommen. Stationär wurden 6,3 Prozent mehr Fälle betreut, ambulant sogar 7,2 Prozent mehr. Bemerkenswerter ist, dass sich nicht mehr Thurgauer Patienten behandeln liessen, sondern sich immer häufiger Patienten aus anderen Kantonen – speziell Zürich und St. Gallen – dazu entschliessen, für medizinische Behandlungen in den Thurgau kommen.
Die Zunahme bei den ausserkantonalen Patienten betrug 10,2 Prozent. Es handelte sich dabei grösstenteils nicht um Corona-Patienten, die notfallmässig in den Thurgau verlegt werden mussten, sondern wie Spital-Direktor Marc Kohler im Jahresbericht erwähnt, vor allem um geplante Operationen.

Fast 200 neue Stellen

Für Kohler zeigt dies das Vertrauen der Patienten in die Arbeit der Thurmed-Gruppe. Wegen der gestiegenen Nachfrage nach Leistungen der Thurgauer Gesundheitseinrichtungen hat die Thurmed-Gruppe letztes Jahr 55 neue Stellen besetzt, und im neuen Jahr hat sie bereits weitere 135 neue Mitarbeitende angestellt.
Marc Kohler stellte bei den Mitarbeitenden im letzten Jahr mit Besorgnis mehr Krankheitsausfälle, psychische und physische Erschöpfung sowie Frust fest.

Kritik an Impfverweigern

Einen Grund dafür sieht er bei den zahlreichen Impfskeptikern und -verweigerern, «welche unter dem Siegel der Freiheit alle ihre eigenen Ziele und Wünsche verfolgen, ohne Rücksicht auf die Nächsten und schon gar nicht auf Mitarbeitende im Gesundheitswesen.»
Der Hintergrund dieser Kritik: Angestellte des Spitals Thurgau wurden letztes Jahr von Impfverweigern beschimpft, massiv bedroht und diskreditiert. Marc Kohler bilanziert, dass im Spital Thurgau praktisch alle Covid-Intensiv-Patienten nicht geimpft gewesen seien.

«Leider nützt Impfung bei Kranken nichts mehr»

Dass die Impfung schlimme Krankheitsverläufe fast überall verhindere, sei heute nicht mehr zu bestreiten, sagt er. «Diese Betroffenen hätten es also in der Hand gehabt. Wir haben es auch mehrfach erlebt, dass sich Covid-Erkrankte im letzten Moment im Spital noch impfen lassen wollten. Leider nützt eine Impfung in diesem Stadium nichts mehr.»
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Quelle: Thurmed-Gruppe
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