Wie Holz die Hygiene in Spitälern verbessern könnte

Zwei biomedizinische Analytiker untersuchten den Einfluss von Lärchenholz auf die Verbreitung zweier häufiger Krankheitserreger. Mit unerwartetem Ergebnis.

, 23. November 2015, 11:27
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Gegen Holz in Spitälern oder Altersheimen spricht aus hygienischer Sicht weniger als bislang angenommen. Im Gegenteil, wie zwei österreichische Forscher nun herausgefunden haben.
In einem Experiment erforschten zwei biomedizinische Analytiker der Fachhochschule Wien und der Fachhochschule Salzburg die antimikrobielle Wirkung von Lärchenholz. Und zwar konzentrierten sie sich dabei auf das Wachstum zweier Krankheitserreger:

  • MSRA (methicillinresistente Stämme von Staphyllococcus aureus) und
  • Klebsiella pneumoniae.

MSRA gilt bekanntlich «Schrecken der Spitäler». Die Ansteckung erfolgt mitunter in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Fachleute sprechen von «nosokomialen Infektionen.» Auch die zweite Bakterienspezies ist in diesem Kontext schon vielfach auffällig geworden.

Keime in Schach gehalten

Die Ergebnisse der Studie zeigten einen deutlichen Trend. «Je länger die Krankheitserreger auf festem Lärchenholz verbleiben, desto weniger von ihnen überleben», zitiert die österreichische Zeitung «Der Standard» aus der Studie. 
Am stärksten zeige sich der Effekt für Splintholz plus Klebsiella pneumoniae. In dieser Kombination wuchs nach 24 Stunden gar nichts mehr. Die Anzahl der vitalen MRSA wurde derweil um etwa das Zwanzigfache dezimiert.
Details der Forschungsergebnisse veröffentlichten die Forscher vor kurzem im Fachblatt «International Journal of Wood Products». Weitere Untersuchungen seien in Vorbereitung.
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