Welche Tests die Ärzte zuviel anordnen. Und welche eher zuwenig.

Eine Metastudie untersuchte den Forschungsstand zum Thema «Underuse» und «Overuse» von Diagnose-Untersuchungen. Interessant ist der Fall der Echokardiographie.

, 16. Februar 2018, 14:31
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Welche diagnostischen Untersuchungen werden allzu häufig eingesetzt? Und welche eher zögerlich? Eine Überblicksstudie von sieben britischen Forschern ging hier Tendenzen nach.
Das Team um Jack W. O’Sullivan, Professor für Hausarzt-Medizin in Oxford, nahm insgesamt 63 Studien, welche ihrerseits der Frage nachgegangen waren, wann die Ärzte eher zu overuse und wann eher zu underuse neigten.
Insgesamt wurden die Daten von knapp 360'000 Patienten erfasst, verbunden mit der Frage: Welche Untersuchungen wurden in mehr als in der Hälfte der Fälle zu selten eingesetzt (underuse)? Und welche wurden in mehr als der Hälfte der untersuchten Fälle zu häufig verwendet (overuse)?

Underuse…

Wenig erstaunlich: Das Phänomen des underuse war seltener. Insgesamt 17 diagnostische Verfahren wurden tendenziell zu selten eingesetzt.

  • Regelmässig zu selten eingesetzt wurde die Echokardiographie, so ein erstes Ergebnis (erfasst in 4 Studien, zwischen 54 und 89 Prozent underuse).
  • Ebenfalls tendenziell zu zurückhaltend eingesetzt wurden Lungenfunktionstests (8 Studien, 38 bis 78 Prozent underuse).

Dabei erfassten die Autoren ausschliesslich Studien, welche die Anordnungen beziehungsweise Überweisungen von Hausärzten und Allgemeinmedizinern erfassten – also nicht von Spezialisten. Nicht berücksichtigt wurden auch Pädiatern beziehungsweise Kinder und jugendliche Patienten.
Ausgangspunkt waren, wie gesagt, die erwähnten 63 Basisstudien aus 15 Ländern, die overuse und underuse definierten als Abweichungen von den jeweils gültigen Richtlinien.

…und overuse

Bei elf Tests sagten Studien aus, dass sie in mehr als der Hälfte der Fälle unangemessen häufig eingesetzt wurden.

  • Auch hier taucht die Echokardiographie zuoberst auf, wo laut anderen Studien in bis zu 92 Prozent der Fälle «übertrieben» eingesetzt wurde; dies muss kein Widerspruch sein, teils weil einige Studien andere Ergebnisse zeigen, teils auch, weil eine Methode bei einem Patienten fälschlich, bei einem anderen aber zugleich fälschlich zuwenig eingesetzt werden kann.

Ein Fazit lautet höchstens, dass sich die Hausärzte des Wertes und Nutzens der Ultraschallkardiographie nicht recht sicher sind. Oder wie es die Autoren aus Oxford formulieren: «The use of echocardiography (both underuse and overuse) is consistently poor».
Tendenziell zu intensiv eingesetzt werden laut der neuen Studie auch

  • Urinkultur-Tests
  • Videoendoskopien des oberen Verdauungstraktes
  • Darmspiegelungen

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