Walliser Ärzte: Argumente für einen höheren Taxpunktwert

Wenn die Kantonsregierung die Ärztehonorierung nicht verbessert, so droht ein noch akuterer Medizinermangel – wodurch das ganze Gesundheitswesen im Wallis in Schieflage geraten könnte: So die Argumentationslinie.

, 24. August 2017, 08:57
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Das Wallis ist (mit Zürich) einer der Kantone, in denen der Streit um den ambulanten Taxpunktwert am heftigsten tobt. Der Wert liegt derzeit bei 82 Rappen, die Ärzte verlangen 10 Rappen mehr – und drangen damit bei den Kassen nicht durch. Nun liegt der Fall bei der Kantonsregierung.
Die Walliser Ärztegesellschaft VSÄG legte nun dem Gesundheitsdepartement ein dickes Dossier vor. Der 82-Rappen-Wert sei von Anfang «aus historischen und politischen Gründen» zu tief angesetzt gewesen, so ein Argument. Inzwischen zeige sich, dass sich der akute Ärztemangel im Kanton und die Dauerprobleme bei den Nachfolgeregelungen stark daraus erklären lasse. 

«Sterile juristische Prozeduren»

Und nun drohe der Tarifeingriff des Bundes, auch noch den Mangel an Fachärzten im Wallis zu verschärfen.
Die Folge: Wartezeiten für die Patienten – und damit mehr ausserkantonale Behandlungen. Was wiederum die Spitäler im Wallis belasten werde.
In einer Mitteilung äussern die Walliser Ärzte die Hoffnung, dass die Kantonsregierung eine Korrektur vornimmt, «um eine Weiterführung einer qualitativ hochstehenden Gesundheitsversorgung im Wallis zu gewährleisten». Und, zweitens, dass
 die Versicherer künftig «partnerschaftliche Lösungen und Verhandlungen vorziehen werden». Dies sei besser als «sterile juristische Prozeduren».
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