USZ: Hans-Christoph Pape folgt auf Hans-Peter Simmen

Der neue Direktor der Klinik für Unfallchirurgie kommt vom Uniklinikum Aachen.

, 17. November 2016, 12:44
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Der Spitalrat des USZ hat Hans-Christoph Pape zum neuen Direktor der Klinik für Unfallchirurgie gewählt. Pape wird das Amt im Februar 2017 übernehmen. Bereits Ende Oktober hatte ihn der Zürcher Universitätsrat zum ordentlichen Professor für Traumatologie des Bewegungsapparates an der Medizinischen Fakultät gewählt; auch diese Ernennung gilt ab Februar 2017.
Hans-Christoph Pape, geboren 1962, studierte Medizin in Hannover, wo er auch promovierte. Während des Studiums absolvierte er Auslandaufenthalte in Grossbritannien und den USA. Nach dem Studienabschluss widmete er sich der Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie.
Hans-Christoph Pape auf Researchgate  |  Wikipedia-Eintrag zu Hans-Christoph Pape  |  Zur Mitteilung des USZ  |
Seine klinische Ausbildung absolvierte er unter anderem in Ulm und Hannover. Ab 1994 arbeitete Pape an der Medizinischen Hochschule Hannover, von 2002 bis 2005 als stellvertretender Direktor der Unfallchirurgischen Klinik. Dann wechselte er ans Medical Center der University of Pittsburgh, wo er 2007 den Facharzttitel «Orthopädie und Unfallchirurgie» erlangte und bis 2009 dem Ortho Trauma Department of Orthopaedic Surgery vorstand. 

Bereits Klinikdirektor

2009 wurde Hans-Christoph Pape zum Universitätsprofessor und W. Pauwels-Lehrstuhlinhaber am Universitätsklinikum Aachen ernannt; hier übernahm er auch die Direktion der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Seit 2014 obliegt ihm dort zudem die Leitung der Abteilung Physikalische Therapie und Balneologie.
Die Forschungsschwerpunkte von Professor Pape liegen in den Bereichen Polytrauma- und Schockbehandlung, Beckenfrakturen und schwere Gelenkverletzungen. Auch verfügt er über langjährige Expertise zu alterstraumatologischen Versorgungen. Pape war massgeblich am Aufbau des 2009 gegründeten Traumanetzwerks Euregio beteiligt. 

Klinische Erfahrung, Forschungsrenommee, Nationalität…

Bis vor Kurzem war er Präsident der European Society of Trauma and Emergency Surgery (2015/16) – eine Position, die übrigens nächstes Jahr von Marius Keel, derzeit noch Inselspital, übernommen wird. Seit 2015 leitet Pape zudem die «trauma group» der Société Internationale de Chirurgie Orthopédique et de Traumatologie (SICOT).
Sein Vorgänger, Hans-Peter Simmen, hatte 2008 die USZ-Klinik für Unfallchirurgie übernommen. Die Wahl erschien damals bemerkenswert, weil kein international renommierter Forscher das Amt übernahm, auch keine Nachwuchshoffnung, sondern ein alltagserfahrener Chirurg aus dem Bündnerland (siehe etwa hier). Simmen, damals 57 Jahre alt, hatte zuvor von 1997 bis 2008 als Chirurgie-Chefarzt am Spital Oberengadin Samedan amtiert.
Im Vorfeld der jetzigen Wahl und der altersbedingten Ablösung von Hans-Peter Simmen wurde dann die Nationalität zum Kriterium gemacht. Der «Tages-Anzeiger» erfuhr im März, dass die Berufungskommission der Universität aktiv Schweizer Kandidaten kontaktiert habe. Angesichts des Forschungs-Standing und der klinischen Erfahrung von Hans-Christoph Pape scheint dieses Kriterium nun wieder in den Hintergrund getreten zu sein. 

Hans-Christoph Pape in einem Interview zum Thema Wirbelsäulen-Chirurgie:


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