Unispital Basel: Neue Technik für Händehygiene

Als weltweit erste Spitäler wechseln das USB und das Kantonsspital Obwalden von der Technik mit sechs Schritten auf eine mit drei Schritten.

, 4. Mai 2017, 12:51
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Die Mitarbeitenden des Universitätsspitals Basel stellen bei der Händehygiene auf eine neue Methode um – pünktlich zum Internationalen Tag der Händehygiene am 5. Mai. Als Grundlage für den Wechsel dienen zwei klinische Studien, die am USB durchgeführt worden waren. Und auch das Kantonsspital Obwalden wechselt am gleichen Tag das System: von sechs zu drei Schritten.
Bekanntlich wird von der WHO eine Technik empfohlen, mit der die Hände in sechs Schritten mit einem Desinfektionsmittel gereinigt werden. Allerdings wird diese Technik oft nicht richtig angewendet, die sechs Schritte werden nicht korrekt eingehalten. Messungen des USB ergaben vor gut zwei Jahren, dass weniger als 10 Prozent aller Anwendungen korrekt durchgeführt wurden. 
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1, 2, 3: Plakat zur neuen Händedesinfektions-Methode in Basel
Deshalb gingen Forschende des USB der Frage nach, wie die Händehygienetechnik vereinfacht werden könnte. Anhand von zwei klinischen Studien wiesen sie nach, dass die Technik mit drei Schritten jener mit sechs Schritten ebenbürtig ist, wenn nicht sogar überlegen.

Mikrobiologisch wirksam

Denn die mikrobiologische Wirksamkeit sei bei beiden Methoden gleichwertig, aber die korrekte Durchführung ist bei der Drei-Schritt-Technik eindeutig besser gewährleistet.
Daher hat sich das USB entschieden, als globales Pilotspital in allen Station auf die neue Methode umzustellen.
Konkret besteht die Technik aus diesen drei Schritten:

  • Vollständiges Benetzen beider Hände mit Desinfektionsmittel
  • Kreisendes Einreiben der Fingerspitzen auf der geöffneten Handfläche der Gegenhand
  • Kreisendes Einreiben des Daumens in der geschlossenen Handfläche der Gegenhand

Die Studien dazu entstanden unter der Leitung von Sarah Tschudin Sutter und Andreas Widmer von der USB-Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene. In der ersten Studie wurden die beiden Techniken unter standardisierten Bedingungen bei 32 Medizinstudenten auf ihre mikrobiologische Wirksamkeit untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Reduktion von Bakterien auf den Händen der Probanden bei der Drei-Schritt-Technik höher war als bei der Sechs-Schritt-Technik.


Die nachfolgende Studie verglich die beiden Techniken unter klinischen Bedingungen auf zwölf Stationen des USB. Während sich die zwei Methoden hinsichtlich ihrer mikrobiologischen Wirksamkeit als ebenbürtig erwiesen, wendeten die Spitalmitarbeitenden die Drei-Schritt-Technik deutlich korrekter an als die Sechs-Schritt-Technik.



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