Swiss Medical Network senkt Baserate in allen Kliniken

Die Privatklinik-Gruppe setzt andere Häuser unter Effizienzdruck. Sie empfiehlt sich als Kandidatin für die Übernahme weiterer Spitäler – auch öffentlicher.

, 7. November 2016, 09:00
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Die zweitgrösste Privatklinik-Gruppe drückt auf die Preise: Ab Anfang 2017 wird die Baserate in allen 16 gelisteten Kliniken von Swiss Medical Network um 100 Franken gesenkt, womit sie unter die Marke von 9'000 Franken zu liegen kommt.
«Mit der Entscheidung, unsere Pauschalen pro Schweizer Fall um rund 1 Prozent zu senken, geben wir die Resultate unserer Effizienzsteigerung im Sinne des KVG weiter», sagt Raymond Loretan dazu, der Verwaltungsratspräsident von Swiss Medical Network.

Die Aussage: Viele Spitäler strukturell zu teuer

Die Privatspital-Gruppe präsentiert sich damit als eigentliches Preis-Vorbild: Im Communiqué erinnert sie daran, dass man mit den neuen Werten zwischen 5 und 10 Prozent unter der Benchmark der Versicherer (9‘500 Franken) liegt – und unter dem Durchschnittswert der öffentlichen Spitäler (über 10'000 Franken).
Die ehemaligen Genolier-Kliniken gelangen damit definitiv in die Gruppe der tiefsten 10 Prozent, womit sie die Branche durchaus unter Druck setzen. Kürzlich erst stellte Preisüberwacher Stefan Meierhans das Swiss Medical Network in einem Bericht zu den Spitalkosten in der Schweiz als Vorbild und Messlatte dar. Mit der neuerlichen Senkung erhält Meierhans' Feststellung, dass die meisten Schweizer Spitäler strukturell zu teuer sind, neue Nahrung.
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Verteilung Baserates von 160 Spitälern in der Schweiz (Grafik/Quelle: Preisüberwacher/PUE).
Ein weiterer Vergleichswert: In Zürich einigten sich die Krankenkassen und die im VZK zusammengeschlossenen Krankenhäuser unlängst auf eine Baserate von 9,450 Franken für Spitäler ohne Notfall, nach zähen Verhandlungen. Der Wert soll nun für drei Jahre gelten. 
Swiss Medical Network wiederum – im Besitz des Gesundheitskonzerns Aevis Victoria – markiert seine Rolle als gesundheitspolitischer Player von nationalem Rang. Das Unternehmen, so die Mitteilung, «gönnt sich keine Pause und will seine Rolle als engagierter Verfechter einer grösseren Kostendämpfung im Gesundheitswesen weiterhin wahrnehmen». Laut Berechnungen von SMN sparen die Krankenkassen durch den Schnitt etwa 3 bis 3,5 Millionen Franken pro Jahr (mehr dazu: «Le Matin dimanche»).

«Wir arbeiten an allen Fronten»

Dabei lässt sich auch Antoine Hubert zitieren: «Wir arbeiten an allen Fronten, um unsere Effizienz weiter zu steigern und die Gewinne zugunsten der Versicherten einzusetzen, während wir gleichzeitig Margen generieren, die es uns erlauben, in unsere Infrastrukturen zu investieren und die Betreuungsqualität zu garantieren», so der Gründer, Verwaltungsratsdelegierte und starke Mann des Unternehmens.
Anders gesagt: SMN will weiter an der Effizienz arbeiten. Ein entscheidender Punkt dabei: die Grösse, die kritische Masse. Antoine Hubert wiederholt bei dieser Gelegenheit erneut, dass sein Unternehmen nach Expansion strebt – einer Expansion, bei der wiederum gewisse Spezialisierungen ausgespielt werden könnten.
«Wir wären durchaus bereit, ein Mandat für irgendein Fachgebiet zu übernehmen, auch für ein schwieriges, sofern die Zahl der zugewiesenen Fälle nicht durch den Staat begrenzt wird», so der Verwaltungsratsdelegierte. «Mit anderen Worten, jedes Spital, ob öffentlich oder privat, muss eine kritische Masse erreichen können, um effizient und qualitativ hochstehend zu sein.»

Nichts mit Privat und Halbprivat zu tun

Die jetzige Senkung der Baserates sei übrigens allein durch Effizienzsteigerungen bei den Tätigkeiten im Bereich der obligatorischen Grundversicherung möglich geworden; sie habe nichts mit den Aktivitäten in den Bereichen Privat und Halbprivat zu tun.
Und so nützt Swiss Medical Network die Preissenkung auch für einen kleinen Seitenhieb: Per Communiqué hält das Unternehmen fest, «dass keine seiner Kliniken von gemeinwirtschaftlichen Leistungen profitiert – im Gegensatz zu einigen Spitälern, die von ihrem Kanton zusätzliche Subventionen in der Höhe von bis zu 24 Prozent ihres Umsatzes erhalten.» 
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