«SOS Santé»: Neuer Ärzteverbund gegen Tarmed-Eingriff

Eine «Allianz für Versorgungssicherheit» bündelt ein Dutzend Ärzteorganistionen.

, 15. Juni 2017 um 13:55
image
  • tarmed
  • praxis
Abgesehen von den Haus- und Kinderärzten äusserten sich bislang fast alle Ärzteorganisationen der Schweiz kritisch bis entsetzt über das Tarmed-Paket, das der Bundesrat nächstes Jahr in Kraft setzen will. Noch fehlt die offizielle Stellungnahme der FMH, sie folgt nächste Woche; dennoch: Derweil entstand ein weiterer, offenbar loser Ärzteverbund, der vor den Folgen des Tarmed-Projekts warnen will.
Unter dem Namen «SOS Santé» gründeten diverse Organisationen eine «Allianz für Versorgungssicherheit». Mit dabei sind die

  • Ärztegesellschaft Winterthur-Andelfingen AWA,
  • Ärztegesellschaft des Kantons Zürich,
  • K-OCH Konferenz der Ostschweizer Ärztegesellschaften,
  • Medizinische Gesellschaft Basel,
  • Schweizerische Gesellschaft für Oto-Rhino-Laryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie,
  • Schweizerische Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie,
  • Schweizerische Gesellschaft für Radiologie,
  • Schweizerische Gesellschaft für Kardiologie,
  • Uroviva,
  • die Vereinigung der Zürcher Spezialärzte für plastische, Kiefer- und Handchirurgie,
  • Zürcher Fachärztegesellschaft für Rheumatologie,
  • Zürcher Neurologen Gesellschaft,
  • Zürcher Urologen Gesellschaft.

Parlamentarier sollen nachfragen


SOS-Santé ist en Ad-Hoc Verbund, und noch sind die Positionen im Steuergremium nicht definitiv bestimmt. Und doch machte «SOS Santé» heute auf dem Berner Bundesplatz eine erste Aktion, bei der Ärzte die Parlamentarier über die Risiken und Nebenwirkungen von Alain Bersets geplantem Tarmed-Eingriff informierten.
«Unser Ziel ist es, dass Parlamentarier beim Bundesrat nachfragen, wieso sich die Schweizer Ärzte gegen den Entwurf des Departements Berset wehren», sagt Erich Seifritz, Psychiatrieprofessor an der Uni Zürich und im Vorstand der Zürcher Ärztegesellschaft. «Durch die Initiative der Parlamentarier soll der Bundesrat bewogen werden, seine Anpassungen zu überdenken.» 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Dem Tardoc droht eine weitere Ehrenrunde

Das Departement des Innern will das Tarifwerk Tardoc und die ambulanten Pauschalen gleichzeitig einführen. Neue Zielmarke: 2027.

image

Deutschland: «Wir haben 50’000 Ärzte zuwenig ausgebildet»

Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnt vor einer ganz schwierigen Versorgungslage: «Das kann man sich noch gar nicht richtig vorstellen.»

image

Spital Männedorf verärgert Goldküsten-Kinderärzte

Die neue Spital-Kinderarztpraxis in Männedorf sorgt für rote Köpfe bei den ansässigen Pädiatern. Es ist von Falschaussagen und einem Abwerben der Neugeborenen die Rede.

image

Arzt-Rechnung an Patienten statt an Kasse: Das empfiehlt die FMH

Immer mehr Krankenkassen wollen Arzt-Rechnungen direkt begleichen. Die FMH hingegen empfiehlt: Die Rechnung soll zuerst an die Patienten gehen.

image

Arzt wies Patienten ab – wegen seiner Parteizugehörigkeit

Dieser Fall versetzte Deutschland in Aufruhr: Ein Hausarzt wollte einen Patienten nicht mehr – weil er bei der AfD-Partei ist.

image

Migros: 1,3 Milliarden Umsatz im Gesundheitswesen

Der Detailhandels-Konzern baut sein Healthcare-Netzwerk auch nach dem Abgang von Fabrice Zumbrunnen aus.

Vom gleichen Autor

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.