Solothurner Spitäler fordern 60 Millionen Schadenersatz

Die Spitäler Solothurn wollen nicht auf ihren Verlusten wegen der Corona-Pandamie sitzenbleiben. Sie fordern 60 Millionen Franken vom Bund, vom Kanton und den Krankenkassen.

, 10. Juni 2020 um 09:20
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Die Solothurner Spitäler wollen für ihre Verluste wegen des Coronavirus entschädigt werden. «Wir sind der Meinung, dass etwa 60 Millionen Franken des erwarteten Schadens von Bund, Kanton und den Kostenträgern übernommen werden müssen», teilt das Unternehmen mit. 

Zu wenig Behandlungen und zu hohe Kosten

Wegen der Pandemie haben die Solothurner Spitäler weniger behandeln können, hatten aber trotzdem mehr Aufwand. In Zahlen: In den ersten sechs Wochen der Krise entgingen dem Spital Einnahmen von 27 Millionen Franken. Dazu kamen Mehrkosten von 5 Millionen Franken, rechnet das Unternehmen in einer Mitteilung vor.
Auch die Wiederaufnahme des normalen Spitalbetriebs seit dem 27. April bedeute nicht, dass die Einnahmen rasch wieder zum früheren Niveau zurückkehren würden, fürchten die Spitalverantwortlichen. Nach wie vor sei die Bevölkerung vorsichtig mit Spitalaufenthalten und ambulanten Untersuchungen.
Die Solothurner Spitäler rechnen im laufenden Betriebsjahr mit einem finanziellen Schaden von rund 62 Millionen Franken. Zumindest hat diese Zahl der Verein Spital-Benchmark so berechnet. Für die Spitalverantwortlichen ist das eine realistische Schätzung. Denn bereits jetzt seien 42 Millionen Verlust zusammengekommen.

Bereits 5,7 Millionen Franken Verlust im letzten Jahr

Schon ohne Corona-Krise ist die finanzielle Lage der Solothurner Spitäler allerdings schlecht: Sie haben 2019  5,7 Millionen Franken Verlust gemacht. Dies, obwohl die Zahl der Patienten im Spital um 2 Prozent und im ambulanten Bereich um gut 5 Prozent zugenommen hat.

Neue Verwaltungsratsmitglieder

Die Solothurner Spitäler haben drei neue Verwaltungsräte: Den Psychiater Kaspar Aebi, den Betriebswirtschafter Marcel Müller und die Juristin Orsola Lina Vettori. Ausgeschieden ist auf eigenen Wunsch nach achtjähriger Tätigkeit Alois Müller-Allemann.
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Kaspar Aebi: Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Allgemeine Innere Medizin. Er führt seit 1998 in Burgdorf eine eigene Psychiatrische Praxis.
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Marcel Müller: Chief Risk Officer Mitglied der Geschäftsleitung der Baloise Bank SoBa.
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Orsola Vettori: Seit 2001 Direktorin des Spitals Zollikerberg.
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