Onlinedoctor: Per Foto zum Dermatologen

Ein Telemed-Startup aus der Ostschweiz hat neue Investoren gefunden. Das Kapital soll unter anderem der internationalen Expansion dienen.

, 22. Januar 2018, 10:10
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Ein verdächtiger Fleck auf der Haut? Ein Ausschlag? Eine Art Pusteln? Für solche Fälle bietet die Plattform Onlinedoctor einen Schnellcheck. Konkret: Für 55 Franken erhält man eine fachärztliche Einschätzung von einem Dermatologen.
Die Teledermatologie-Plattform wurde im Ende letzten Jahres aufgeschaltet, lanciert vom Hautarzt Paul Scheidegger aus Brugg sowie zwei Dozenten des KMU-Instituts der Universität St.Gallen, Tobias Wolf und Philipp Wustrow.
Die Patienten schicken also via Onlinedoctor einige Bilder ihrer Hautläsion an einen der Ärzte, welche auf der Plattform aufgeführt sind. Danach erhalten sie innerhalb von zwei Tagen eine Einschätzung sowie eine Handlungsempfehlung zugemailt.
Auf der anderen Seite können sich Hautärzte auf Onlinedoctor anmelden und engagieren; laut Angaben des Unternehmens gehören momentan über 40 Fachärzte zum Pool – sowie einige Spitäler, darunter das Kantonsspital Baden.
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Homepage von Onlinedoctor.ch
Die Idee dahinter: Dank der Bildqualität moderner Handys lässt sich der Besuch in der Hautarzt-Praxis mittlerweile oft vermeiden; so dass die Ärzte auf dem Digital-Weg mehr und mehr entlastet werden könnten – während die Patienten rascher Orientierung erhalten.
Jetzt hat das Unternehmen mit Sitz in Sankt Gallen eine Finanzierungsrunde durchgeführt. Dabei wurden 600'000 Franken aufgenommen. Es beteiligten sich die St. Galler Private-Equity-Firma Forty:one, die Stiftung Startfeld, ebenfalls aus St. Gallen, und ferner zwei niedergelassene Dermatologen. 

Deutschland, Österreich, China

Bemerkenswert: Mit dem Kapital solle unter anderem eine Internationalisierung forciert werden, meldet VR-Präsident Tobias Wolf. Das Unternehmen plant, auch in Deutschland und Österreich aktiv zu werden. Und offenbar hat das St. Galler Team sogar noch mehr im Visier: Onlinedoctor hat jüngst auch eine chinesische Ärztin mit Schweizer Diplom als «Medical Translation Officer» engagiert – um den Dienst auch «on the digital highway» bis ins Reich der Mitte zu nehmen, wie Mitgründer Paul Scheidegger es formulierte. 
«Wir sind stolz, mit OnlineDoctor unser erstes Equity-Investment bekannt geben zu dürfen», sagt Cornelia Gut, die CEO der Stiftung Startfeld: Das Unternehmen überzeuge mit seiner intelligenten Lösung. «Insbesondere wurde auch dem sicheren Umgang mit heiklen Patientendaten Sorge getragen.»
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