Medix Zürich plant weitere Ärztezentren

Anfang September eröffnete die Medix-Gruppe eine neue Grosspraxis, bald folgen zwei weitere. Die Dynamik wird weniger durch die Finanzen gebremst – als durch die Personalfrage.

, 2. Oktober 2017, 04:00
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Zu den rasch wachsenden Gesundheits-Unternehmen gehört die Medix-Gruppe, oder genauer: Medix Zürich. In ihrer Heimregion fällt die Organisation durch eine Neueröffnung nach der anderen auf. Anfang September eröffnete sie im Quartier Schwamendingen ein neues Zentrum – eine Gemeinschaftspraxis für Allgemeine Innere Medizin und Gynäkologie; später wird das Angebot durch Pädiatrie und Psychiatrie ergänzt.
Nun folgt Anfang Dezember eine neue Praxis in Zürich-Friesenberg mit 10 Sprechzimmern – und dann geht es weiter: Anfang 2018 will Medix Zürich ein weiteres Angebot in Zollikerberg starten, im Sommer dann noch eines in Uetikon-Waldegg, beide Male also kurz nach der Stadtgrenze von Zürich. Diese Praxen sind mit 3 bis 4 Sprechzimmern allerdings kleiner.
Erwähnt sei, dass Medix bereits Mitte 2016 ein grosses Ärztezentrum in Zürich-Altstetten eröffnet hatte. 
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Eröffnung der Medix-Praxis in Zürich-Schwamendingen, 4. September 2017, mit Felix Huber (3.v.l) |
Der Gesundheitsmarkt werde derzeit neu aufgemischt, meint Medix-Zürich-Präsident Felix Huber dazu: Finanzkräftige Investoren und grosse Unternehmen seien daran, sich auf dem Markt zu etablieren oder ihre Positionen weiter auszubauen.
Medix wolle in diesem Umfeld das Konzept der partnerschaftlichen Medizin verfolgen – und zwar durch Wachstum aus eigener Kraft. Alle Praxen sind im Besitz des Unternehmens, welches wiederum rund 150 Ärzte vereinigt; und alle sollen auch aus eigenen Mitteln finanziert werden.

Offen auch für Praxisübernahmen

Neben den erwähnten Standorten, so Huber, seien weitere Praxen in Planung, aber noch nicht spruchreif. Im Grossraum Zürich prüfe man in gewissen Gebieten auch Praxisübernahmen.
Der Schritt in weitere Regionen stehe erst danach an – und Huber deutet an, wo hier der eigentliche Engpass liegt: bei den Ärzten. Voraussetzung für jede Expansion sei «eine gesicherte Ärzterekrutierung», so der Mediziner und Medix-Präsident.
Im Hintergrund der Expansion steht, dass das Modell der Gruppenpraxis weiter stetig an Bedeutung gewinnt, zum einen wegen des wirtschaftlichen Drucks auf die Hausarzt-Praxis; zum anderen, weil gerade junge Ärzte die grösseren Freiheiten schätzen; und drittens, weil auch die Patienten flexiblere Zugänge bevorzugen.
Bei den Gruppenpraxen selbst wiederum herrscht ein Trend zu ausgedehnteren Netzwerken, die gemeinsam noch mehr Synergien schaffen können. Auch von daher läuft derzeit ein gewisser Konzentrationsprozess.
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