Spital Lavaux schliesst diskret das Senioren-Tageszentrum

Das Spital im waadtländischen Cully will künftig kein Lesen, Singen, Tanzen oder Busfahrten für Senioren anbieten. Der Haken: Der Kanton wurde nicht informiert.

, 13. Oktober 2016 um 09:20
image
  • waadt
  • spital
Die Reha- und Palliativklinik Lavaux schliesst Ende Jahr ihr Tageszentrum für Senioren (CAT). Dort können ältere Menschen, die noch zu Hause leben, sich austauschen, Kontakte schaffen oder gemeinsam die Freizeit verbringen.
Doch die Schliessung nach 30 Jahren Betrieb erfolgt ohne Wissen des Kantons, wie die Westschweizer Tageszeitung «24 heures» berichtet. Ein solches Tageszentrum unterliegt einer Betriebsgenehmigung des Kantons und erhält Subventionen. Auch die Gemeinde und Politiker wussten von nichts.

Kanton pfeift Spital zurück

Man habe das Lavaux-Spital nun daran erinnert, dass diese Entscheidung nicht einseitig erfolgen könne, erklärte eine Sprecherin des Departements für Gesundheit und Soziales gegenüber der Zeitung.
Der Grund für die Schliessung liegt offenbar in der zu geringen Auslastung, was in der Folge zu einem hohen Defizit des Zentrums führte.

Alles nur ein Missverständnis?

Für den Kanton sei eine Schliessung bei Rentabilitätsproblemen aber nicht die erste Lösung. 
«Es handelt sich hier wahrscheinlich um ein Missverständnis», sagt Stiftungsratspräsident Sébastien Rod. «Es war nicht die Absicht, etwas zu verbergen».

Seit mehreren Jahren defizitär

Das Spital Lavaux schreibt seit mehren Jahren insgesamt rote Zahlen. Derzeit führt Pauline Vos-Bolay interimistisch die operativen Geschicke des Spitals. Vos-Bolay ist Verwaltungsratspräsidentin des – ebenfallls in finanziellen Schwierigkeiten steckenden – Spitals Neuenburg und ehemalige Chefin des Freiburger Spitals (HFR). Anfang April 2017 erhält das Lavaux einen neuen Direktor, Rodolphe Rouillon, derzeit Pflegedirektor und Direktionsrat am HFR.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Spital Samedan prüft Zusammenschluss mit Kantonsspital Graubünden

Die Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin untersucht zwei strategische Wege in eine nachhaltige Zukunft.

image

Kantonsspital Aarau: Mehr Betten im Neubau

Wegen einer «unverändert hohen Patientennachfrage» plant das KSA nun doch mehr Betten.

image

Hirslanden: Umbau an der Spitze – näher zu den Regionen

Hirslanden-Zürich-Direktor Marco Gugolz zieht als Regional Operations Executive in die Konzernleitung ein.

image

Was geschieht mit dem Spital Thusis?

Die Stiftung Gesundheit Mittelbünden sucht Wege aus der finanziellen Krise – beraten von PwC. Ein Entscheid soll im Herbst fallen.

image

CSEB: «Herausfordernd, aber zufriedenstellend»

Trotz roten Zahlen und leicht rückläufigen Patientenzahlen gibt sich das Center da sandà Engiadina Bassa optimistisch.

image

Spital STS: Hohe Patientenzahlen bewahren nicht vor Verlust

Sowohl stationär als auch ambulant gab es bei der Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland 2023 einen Zuwachs.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.