Kanton Freiburg beschliesst Ärzte-Zulassungsstopp

Die Regierung erklärt den Schritt unter anderem mit gewissen unguten Erfahrungen.

, 2. September 2016, 12:00
image
  • freiburg
  • praxis
  • ärztestopp
Ärztinnen und Ärzte, die nicht während mindestens drei Jahren an einer anerkannten schweizerischen Weiterbildungsstätte gearbeitet haben, sollen im Kanton Freiburg einer Zulassungsbeschränkung unterliegen: So will es der Staatsrat.
Die Bremse gilt – im Einklang mit dem entsprechenden Bundesratsentscheid – bis Ende 2019.
Es müsse «festgestellt werden», schreibt die Kantonsregierung, «dass sich die Mehrheit der Ärztinnen und Ärzte vorzugsweise in den Städten niederlässt.» Auch zeige die Erfahrung, «dass ein Teil der ausländischen Ärztinnen und Ärzte, die noch nie in der Schweiz gearbeitet haben, Schwierigkeiten haben, sich mit dem Gesundheitssystem und den Anforderungen für die Führung einer Praxis in der Schweiz anzufreunden.»

Wann Ausnahmen möglich sind

Neben dem Qualitäts-Argument geht es doch auch um die Kosten. Die Freiburger Regierung betont, dass Ausnahmen möglich bleiben sollen, «vorausgesetzt, die Zahl der Ärztinnen und Ärzte bleibt unverändert». So etwa, wenn eine Praxis übernommen werden soll oder wenn ein Arzt in einem medizinischen Zentrum ersetzt werden muss.
Denkbar sei sogar eine Erhöhung, wenn es der Bedarf in einer Region oder in einem bestimmten Fachbereich verlangt.
Solch eine ausserordentliche Zulassung dürfte aber an Bedingungen geknüpft werden, etwa an die Pflicht, sich per Weiterbildung mit dem Schweizer Gesundheitssystem vertraut zu machen. Denkbar sei auch die Anforderung, dass Ärzte, die ihre Praxis an einen Kollegen aus dem Ausland weitergeben, diesen eine Zeitlang begleiten müssen.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Psychotherapeuten erhalten 2.58 Franken pro Minute

Der Kanton Freiburg legt den Tarif für OKP-Leistungen von psychologischen Psychotherapeuten fest. Die Tarifpartner konnten sich nicht einigen.

image

Das Rennen ums beste E-Rezept

Nachdem sich Onlinedoctor letzte Woche für das erste E-Rezept gerühmt hat, zeigt sich: Auch andere Anbieter haben E-Rezepte – einfach ein bisschen anders.

image

Keine freie Apothekenwahl bei neuen E-Rezepten

Das Teledermatologie-Unternehmen Onlinedoctor stellt neu elektronische Rezepte aus. Diese lassen derzeit aber noch keine freie Apothekenwahl zu.

image

So sieht eine Kinderpraxis mit Design-Preis aus

Eine Solothurner Arztpraxis hat den renommierten Designpreis «Red-Dot-Award» erhalten. Medinside zeigt, wie die preisgekrönte Gestaltung aussieht.

image

Drei Fragen an...die FMH-Präsidentin Yvonne Gilli

Yvonne Gilli möchte sich ihre ärztliche Freiheit nicht mit noch mehr Gesetzen einschränken lassen. Als FMH-Präsidentin könne sie Gegensteuer geben, hofft sie.

image

Dieser Arzt leitet die derzeit grösste mobile Notfallstation

Eine so grosse mobile Notfall-Praxis gab es in der Schweiz noch nie: Sie steht im Pfadilager im Goms und wird von einem versierten Veranstaltungs-Arzt geleitet.

Vom gleichen Autor

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.

image

Deutschland: Investment-Firmen schlucken hunderte Arztpraxen

Medizin wird zur Spielwiese für internationale Fonds-Gesellschaften. Ärzte fürchten, dass sie zu Zulieferern degradiert werden.