James Turrell schenkt dem Zürcher Kinderspital einen Kraftort

Der weltberühmte Lichtkünstler schafft mit dem Lichtpavillon «My Light» einen stimmungsvollen Rückzugsort für Patienten, Angehörige und Mitarbeitende.

, 20. März 2018 um 07:50
image
  • kinderspital zürich
  • spital
  • arbeitswelt
Den Raum «My Light» verfügt über eine elliptische, von computergesteuerten LED erzeugte Lichtquelle, die langsam und kaum merklich die Farben verändert und so verblüffende optische Wirkungen erzeugt: Das Licht scheint zu schweben und wirkt gleichermassen dicht und durchlässig.
Der amerikanische Lichtkünstler James Turrell hat den Lichtpavillon eigens für das Kinderspital Zürich konzipiert. Er wird am 21. März 2018 an einer Preview vorgestellt und am 22. März 2018 offiziell mit einer Vernissage eröffnet. 

«Beruhigen, aufmuntern, entspannen...»

«My Light» soll Patientinnen und Patienten, ihre Angehörigen sowie Mitarbeitende des «Kispi» im Umgang mit belastenden Situationen unterstützen. Das Licht soll Ruhe und Inspiration erzeugen, Freude und Glück, aber auch Trauer und Trost, wie das Kinderspital schreibt.
«Licht, Raum und Farbe erzeugen aussergewöhnliche Sinneserfahrungen», sagt Michael Grotzer, Leitender Arzt Medizin am Kinderspital Zürich, «'My Light' kann beruhigen, aufmuntern, erfreuen, zuhören, entspannen, erleichtern, Hoffnung spenden, Zuversicht erzeugen, überbrücken, belustigen, versöhnen, trösten... Für unsere Patienten, ihre Familie und für unsere Mitarbeitenden ein einzigartiger Gewinn.» Für Martin Meuli, Direktor der Chirurgischen Klinik, sind gerade solche nicht messbaren Kräfte bei lebensbedrohlichen Zuständen wichtig für Heilung und Schicksalsbewältigung.

Von «My Light» zu «Sky Space»

Der 1943 geborene James Turrell gehört zu den Künstlern mit der grössten internationalen Strahlkraft. Sein gesamtes Schaffen widmet er dem Licht und dessen räumlichen Manifestationen. 
«My Light» wird dereinst auch in den Neubau des Kinderspitals in Zürich-Lengg gezügelt, der 2022 bezugsbereit sein soll. Dort ist sogar der Bau eines grösseren «Sky Space» geplant. Dabei handelt es sich um einen begehbaren Raum in Form eines elliptischen Zylinders. Entlang der Innenwände befinden sich beheizbare Sitzflächen, auf dem Boden steht ein Spitalbett, durch eine Öffnung in der Decke fällt Licht ein. Turrell hat weltweit schon mehr als 160 «Sky Spaces» erstellt, einer davon steht in der Engadiner Gemeinde Zuoz.
image
Farbenwechsel: «My Light» von James Turrell (©Florian Holzherr)

Das Licht geht an

Der Lichtraum «My Light» wird am 20. März 2018 in einer Preview vorgestellt, dies in Anwesenheit von Martin Vollenwyder, Präsident der Eleonorenstiftung, Michael Grotzer, Leiter des Zentrums für Onkologie, und Martin Meuli, Direktor der Chirurgischen Klinik.
Offiziell wird das Kunstwerk am 21. März 2018 an einer Vernissage eröffnet.  
Für Mitarbeitende des Kinderspitals, Patienten und deren Angehörigen ist der Pavillon täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. 
Zwischen dem 25. März und dem 30. September 2018 ist «My Light» jeweils sonntags von 13 bis 17 Uhr für alle öffentlich und kostenlos zugänglich. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Kantonsspital Aarau: Mehr Betten im Neubau

Wegen einer «unverändert hohen Patientennachfrage» plant das KSA nun doch mehr Betten.

image

Hirslanden: Umbau an der Spitze – näher zu den Regionen

Hirslanden-Zürich-Direktor Marco Gugolz zieht als Regional Operations Executive in die Konzernleitung ein.

image

Was geschieht mit dem Spital Thusis?

Die Stiftung Gesundheit Mittelbünden sucht Wege aus der finanziellen Krise – beraten von PwC. Ein Entscheid soll im Herbst fallen.

image

CSEB: «Herausfordernd, aber zufriedenstellend»

Trotz roten Zahlen und leicht rückläufigen Patientenzahlen gibt sich das Center da sandà Engiadina Bassa optimistisch.

image

Spital STS: Hohe Patientenzahlen bewahren nicht vor Verlust

Sowohl stationär als auch ambulant gab es bei der Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland 2023 einen Zuwachs.

image

Spital Lachen bricht Neubau-Projekt ab

Nun soll saniert statt neu gebaut werden – aus finanziellen Gründen, aber auch wegen der Flexibilität.

Vom gleichen Autor

image

Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden

Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.

image

Spital Frutigen: Personeller Aderlass in der Gynäkologie

Gleich zwei leitende Gynäkologen verlassen nach kurzer Zeit das Spital.

image

Spitalfinanzierung erhält gute Noten

Der Bundesrat zieht eine positive Bilanz der neuen Spitalfinanzierung. «Ein paar Schwachstellen» hat er dennoch ausgemacht.