Insel-Gruppe feiert erfolgreiche Oberarm-Replantation

Einem interdisziplinären Team des Inselspitals gelang es, den fast vollständig abgetrennten Arm einer jungen Frau wiederherzustellen.

, 8. September 2017, 07:00
image
  • insel gruppe
  • spital
Im August 2015 wurde eine 16-jährige junge Frau bei einem Zugunfall schwer verletzt. Ihr rechter Arm wurde fast vollständig vom Oberkörper abgetrennt. Just an diesem Tag hätte sie ihre Lehre als Pharma-Assistentin beginnen sollen.
Im Berner Inselspital entschieden sich die Ärztinnen und Ärzte zur Replantation: Der Arm der Patientin sollte so umfassend wie möglich wiederhergestellt werden. 

16-Stunden-Operation

An der 16-stündigen Operation waren Spezialisten der Universitätskliniken für Herz- und Gefässchirurgie, für Plastische- und Handchirurgie sowie für Kinderchirurgie beteiligt.
Sie mussten Knochen, Blutgefässe, Nervenbahnen und Muskeln rekonstruieren und die fehlenden Weichteile ersetzen. 
Nach 45 Tagen konnte die junge Frau das Spital verlassen; und nach einem dreimonatigen Aufenthalt im Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche des Kinderspitals Zürich konnte sie nach Hause zurückkehren.

Ein seltener Fall

Am Tag des Unfalls hätte die heute 18-jährige Frau ihre Lehre als Pharma-Assistentin beginnen sollen. Heute, zwei Jahre später, ist der Start ins Berufsleben dank der Replantation möglich und auch geglückt. Sie kann ihren Arm gut einsetzen, allerdings bereitet die fehlende Feinmotorik der Hand noch Mühe. Die junge Frau besucht deswegen einmal pro Woche eine Ergo- und Physiotherapie. 
Traumatische Amputationen von Gliedmassen sind ausserhalb von Kriegsgebieten selten und für die Mediziner daher eine spezielle Herausforderung, so die Erläuterung der Insel-Gruppe zum Fall. «Für eine erfolgreiche Replantation ist ein ideales Zusammenspiel der verschiedenen chirurgischen Disziplinen während des mehrstündigen operativen Eingriffs notwendig», sagt Pascal Kissling, Oberarzt an der Universitätsklinik für Herz- und Gefässchirurgie. 
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Bildungsstation am Kantonsspital Aarau

Das Kantonsspital Aarau bildet derzeit über 350 Lernende und Studierende im Bereich Pflege und medizinische therapeutische Therapieberufe aus. Ihnen ein attraktives Arbeits- und Ausbildungsumfeld zu bieten ist das oberste Ziel. Dazu geht das KSA innovative Wege.

image

Neuer Chefarzt für die Rehaklinik Zihlschlacht

Karsten Krakow übernimmt die Funktion des Chefarztes für Neurologische Rehabilitation und Frührehabilitation bei der Vamed-Rehaklinik Zihlschlacht.

image

Hier könnte bald ein neues Spital stehen

Die Lindenhofgruppe prüft auf dem Berner Springgarten-Areal die Realisierung eines möglichen neuen Spitalstandorts.

image

Kantonsspital St.Gallen stellt die Notfallmedizin neu auf

Das Kantonsspital St.Gallen organisiert die Zentrale Notfallaufnahme neu, vollzieht gleichzeitig einen Namenswechsel und ernennt eine neue ärztliche Leiterin.

image

Gleich vier neue Chefärzte für das Universitätsspital

Am Universitätsspital Basel (USB) treten in den nächsten Monaten zwei Chefärztinnen und zwei Chefärzte ihre neuen Positionen an.

image

Schaffhausen: Spitalrat befördert Boris Jung

Die Spitäler Schaffhausen haben den bisherigen Oberarzt zum Leitenden Arzt für ambulante Psychiatrie ernannt.

Vom gleichen Autor

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.

image

Deutschland: Investment-Firmen schlucken hunderte Arztpraxen

Medizin wird zur Spielwiese für internationale Fonds-Gesellschaften. Ärzte fürchten, dass sie zu Zulieferern degradiert werden.