In 6 Punkten: Welche Zugeständnisse an welche Mitarbeiter?

Jung, mittelalt, älter: Wenn ein Spital fürs Personal attraktiv bleiben will, muss es den Spagat quer über die Generationen schaffen.

, 30. September 2015 um 13:48
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Die Nachfrage nach den Angeboten des Gesundheitswesens steigt und steigt – und so ist eines heute klar: Wir werden in den nächsten Jahren einen immer heftigeren Kampf um Arbeitskräfte erleben. 
Dies war auch ein Hauptstoff am Personalkongress der Krankenhäuser, der gestern in Berlin stattfand – und dabei eines interessanten Beitrags im «Deutschen Ärzteblatt».
Im Zentrum stand dabei das Referat von Jutta Rump, der Geschäftsführerin des Instituts für Beschäftigung und Employability. Ihr Titel: «Demografieorientiertes Personalmanagement». Dabei leitete die Betriebswirtin konkrete Vorschläge für die Spitäler ab. 
Zum Beispiel: 
Was haben Sie, was andere nicht haben? Krankenhäuser müssten sich heute überlegen, was ihr Alleinstellungsmerkmal ist. Und gemeint sei dabei nicht das 25. Arbeitszeit­modell, so Rump: «Das haben die anderen auch.»
Innen gleich aussen: Die Spitäler müssten das Bild, das sie von sich selbst nach aussen kommunizieren, auch innen leben. Ansonsten «fliegt Ihnen Ihr Konzept spätestens im Internet um die Ohren».
Balance zwischen den Generationen. Die junge Generation wisse sehr gut, dass sie ein knappes Gut sei. Doch wenn die Spitäler auf die Wünsche junger Ärzte eingingen, dürften sie den Rest der Belegschaft nicht vor den Kopf zu stossen. «Der Oberarzt im Alter von 50 Jahren versteht die Welt nicht mehr, wenn sein Arbeitgeber einem jungen Arzt Zugeständnisse macht, die er selbst früher nicht erhalten hat». Für die Arbeitgeber sei es daher sehr wichtig, die Balance zwischen den Wünschen der Arbeitnehmer zu finden.
«Expertin: Krankenhäuser dürfen Nachwuchs nicht jeden Wunsch erfüllen», in: «Deutsches Ärzteblatt»
Leitplanken für alle. Eine Konsequenz: Man kann den Jungen nicht einfach jeden Wunsch erfüllen. Damit Jung und Älter gut zusammenarbeiten, brauche es bestimmte Leitplanken – Leitplanken, «über die auch die Jüngeren nicht verhandeln können».
Die Mittelalten nicht vergessen. Rump sichtet drei Zielgruppen, denen sich die Personalchefs zuwenden müssen: die Jüngeren, die Älteren – aber auch die Mittelalten zwischen 35 und 55 Jahren. Immerhin würden die Mittelalten oft das operative Geschäft schultern. «Aber viele Personaler haben sie nicht im Blick.»
Was tut Ihr gegen die Hierarchieorientierung? Ein weiteres Thema, das im Generationenwandel wichtig wird: die Hierarchie-Frage (wobei es in deutschen Spitälern allerdings auch mehr drängt als hierzulande). Viele Spitäler seien die «extreme Hierarchieorientierung» immer noch nicht angegangen, erinnerte Rump. 
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