Plan: Eine nationale Plattform für Gesundheitsberufe

Nach der Schweizer Plattform für die ärztliche Bildung könnte bald ein ähnliches Netzwerk für andere Gesundheitsberufe aufgegleist werden.

, 4. Dezember 2015, 10:16
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  • bundesamt für gesundheit
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  • pflege
In Deutschland und Österreich wird derzeit intensiv an der Einsetzung und Durchsetzung von Pflegekammern gewerkelt – also von Organisationen, die von den Berufsverbänden gesteuert werden, aber diverse staatliche Aufgaben übernehmen. Und so wurde Stefan Spycher, BAG-Vizedirektor und Leiter des Bereichs Gesundheitspolitik, in einem Interview mit dem österreichischen Fachmagazin «Pflege professionell» auch nach den entsprechenden Überlegungen in der Schweiz befragt. 
«Die Einführung einer Pflegekammer ist in der Schweiz derzeit kein Thema», so die Antwort des BAG-Mannes (worin sich auch spiegelt, dass die hiesigen Berufsverbände ja bereits diverse Aufgaben leisten, die andernorts beim Staat liegen). «Allerdings», so Spycher weiter, «beabsichtigen wir, eine neue Diskussionsplattform zu schaffen, auf der alle Themen rund um die Pflege bearbeitet werden können.»

Vorbild ärztliche Bildung

Eine interessante Aussage – doch worum geht es? Offenbar gibt es Überlegungen, in den nächsten drei bis vier Jahren eine «Plattform Gesundheitsberufe» ins Leben zu rufen. Vorbild ist die bereits aufgegleiste «Plattform Zukunft ärztliche Bildung». Dort arbeiten mittlerweile 17 Organisationen respektive Behörden daran, Themen der Weiterbildung der Mediziner koordiniert zu gestalten.
Die «Plattform Gesundheitsberufe» – so ein BAG-Sprecher – sollte dereinst für jene Berufe zur Verfügung stehen, die dem Gesundheitsberufegesetz unterstehen. Also in Fachhochschulen gelehrte Berufe wie Pflegefachleute, Physio- und Ergotherapeut, Hebamme, Ernährungsberater oder Optometrist.
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