HTA: Drei neue Themen werden ins Visier genommen

Es geht um Bluthochdruck, Vitamin D und Refluxerkrankung: Sind die Behandlungen wirklich effizient? Oder können sie aus der Grundversicherung gestrichen werden?

, 21. August 2017 um 14:30
image
Das Eidgenössische Departement des Innern hat drei weitere Themen bestimmt, die via Health Technology Assessment überprüft werden sollen. Es sind dies:

  • Die Behandlung von Bluthochdruck mit Olmesartan-Präparaten
  • Der Einsatz von Tests zur Bestimmung von Vitamin D im Blutserum
  • Langzeitbehandlung mit Protonenpumpen-Hemmer bei Patienten mit nicht-erosiver Refluxerkrankung und nicht-endoskopierter Refluxerkrankung

Die Themen wurden unter Einbezug diverser Verbände sowie von Gremien wie der Arzneimittelkommission ausgewählt. Nun werden die wissenschaftlichen Fragestellungen erarbeitet und Aufträge an externe Institutionen zur Erarbeitung der HTA-Berichte vergeben.
Erweisen sich die Leistungen oder Teilbereiche davon im Vergleich zu anderen Massnahmen als nicht wirksam oder unnötig, sollen sie nicht mehr von der Grundversicherung vergütet werden.

Sparpotential: 50 Millionen pro Jahr

Der Entscheid, ob Leistungen nicht mehr oder nur in bestimmten Situationen durch die OKP vergütet werden, liegt beim EDI beziehungsweise für Arzneimittel beim BAG. Insgesamt wird bei diesen drei Leistungen ein Einsparpotenzial von schätzungsweise 50 Millionen Franken pro Jahr vermutet.
Die bereits laufenden Überprüfungen im Rahmen des HTA-Programms betreffen unter anderem Kniearthroskopien oder die Eisensubstitution bei Eisenmangel ohne Anämie. 
Wer weitere Themen einbringen will, die ab 2018 überprüft werden sollten, kann sie bis Ende Oktober beim BAG einbringen; diese Vorschlagsmöglichkeit steht allen Personen und Institutionen offen.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Die nächste Stufe: Behandlung per WhatsApp?

Die Lausanner Telemedizin-Firma Soignez-Moi testet einen neuen Kanal für den Arzt-Patienten-Kontakt.

image

An der ZHAW erwerben Sie das Knowhow für Schmerzbehandlungen

Um Chronifizierungen bei Schmerzen zu vermeiden, müssen alle Behandelnden gut zusammenarbeiten. Dies vermittelt das Masterstudium «Interprofessionelles Schmerzmanagement» an der ZHAW.

image

Tardoc: Haus- und Kinderärzte protestieren

Der Verband mfe fordert in deutlichen Ton die Einführung des neuen Tarifsystems auf spätestens 2026.

image

MFE Haus- und Kinderärzte: Umbau an der Spitze

Präsident Philippe Luchsinger ist zurückgetreten. Monika Reber und Sébastien Jotterand lösen ihn ab. Und es gab weitere Wechsel im Verband.

image

Wallis soll ein Institut für Hausarztmedizin erhalten

Das neue Programm könnte in wenigen Jahren starten.

image

Dem Tardoc droht eine weitere Ehrenrunde

Das Departement des Innern will das Tarifwerk Tardoc und die ambulanten Pauschalen gleichzeitig einführen. Neue Zielmarke: 2027.

Vom gleichen Autor

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.