Grippeimpfung: Das Spitalpersonal bleibt skeptisch

Erste Signale deuten an, dass die Impfung unter Ärzten und Pflegefachleuten auch in dieser Grippesaison nicht beliebter geworden ist.

, 19. Oktober 2017, 12:15
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Alle Jahre wieder: Im Herbst bemühen sich die Spitäler, ihr Personal für die Grippeimpfung zu sensibilisieren und es dazu zu bewegen. Derweil bringen Umfragen der Medien jeweils ans Licht, dass gerade die Spitalprofis hier zurückhaltend sind.
Das aktuelle Beispiel bietet die «Basellandschaftliche Zeitung», die sich in den Spitälern ihrer Region umhörte. Die Ergebnisse:

  • Im Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) liegt die Grippe-Impfrate beim Pflegepersonal deutlich unter 50 Prozent. Bei den Ärzten erreicht das UKBB rund 70 Prozent.
  • Im Unispital Basel (USB) liessen sich letzten Winter 26 Prozent des gesamten Personals sowie 31 Prozent der Ärzte und Pflegenden impfen.
  • Im Kantonsspital Baselland (KSBL) liegt die Gesamtquote bei 20 Prozent: 13 Prozent der Pflegenden und 44 Prozent der Ärzte sind hier grippegeimpft. Die Impfung werde weiterhin «von vielen abgelehnt», meldet KSBL-Sprecherin Anita Kuoni. 
In den letzten Jahren zeigte sich im Schweizer Durchschnitt, dass
 nur gut ein Fünftel des Pflegepersonals und rund die Hälfte der Ärzte in den Spitälern gegen Grippe geimpft sind. Das USB 
führte letztes Jahr eine verschärfte Regel ein: Als die Zahl der registrierten Grippefälle im Basler Universitätsspital zehn überschritt, mussten die ungeimpften Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Patientenkontakt einen Mundschutz tragen.


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