Frauen werden gebraucht – nun müssen die Väter ran

Auffällig viele Väter betreuen derzeit hre Kinder. Viele von ihnen sind nun Hausmänner, weil ihre Partnerinnen im Spital gebraucht werden.

, 18. März 2020, 14:03
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Es ist kaum zu übersehen: Es hat so viele Väter wie nie zuvor, die mit ihren Kindern einkaufen oder auf den Spielplatz gehen. Manchen ist anzusehen, dass sie sich eher Büro- als Hausarbeit gewohnt sind. Doch schnell wird klar, warum nun auch vermehrt ungeübte Väter plötzlich die Rolle der Hausmänner übernehmen: Ihre Frauen werden dringender gebraucht als sie.

Unersetzliche Frauen

Die meisten befragten Männer haben damit kein Problem: Für den promovierten Physiker etwa, der sonst an Solarstrom-Lösungen tüftelt, ist es selbstverständlich, mehr zu den Kindern zu schauen. Denn seine Partnerin ist auf der Intensivstation eines Spitals beschäftigt – und damit unersetzlich.
Dass es zu diesem Rollentausch kommt, ist kein Wunder: In Spitälern, Kliniken sowie Alters- und Pflegeheimen der Schweiz bilden Pflegefachfrauen die grosse Mehrheit. In Spitälern und Spezialkliniken sind weniger als ein Fünftel des Pflegefachpersonals Männer.

Wird Rollenwechsel einfacher?

Das Corona-Virus bringt den vorwiegend weiblichen Pflegefachleuten zwar viel Stress. Doch die Krise zeigt auch deutlich, wie wichtig Frauen sind. Vielleicht behalten ja sogar einige Eltern den derzeit unumgänglichen Rollenwechsel später freiwillig bei, und sei es nur teilzeitlich.
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