Das sind die Patienten der Zukunft

Doctorholics, iPatienten, Gesundheits-Maximierer: Eine Zukunftsstudie zeigt, wie sich die Gesundheits-Anforderungen entwickeln. Und weshalb «Doktor Internet» noch lange keine Chance hat gegen den Hausarzt.

, 17. Juni 2015 um 08:39
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Nein, auch die Patienten der Zukunft werden keine Google-Med-gesteuerten und Health-Wearables-bestimmten Besserwisser sein. Und ja, auch ihnen wird ein Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt wichtig sein. Dies ein Kernergebnis der ersten «Philips Gesundheitsstudie», die jetzt in Deutschland veröffentlicht wurde.
Für Philips analysierte das von Matthias Horx geleitete Zukunftsinstitut in Frankfurt Trends, wertete Untersuchungen aus und führte eine repräsentative Umfrage durch; die Ergebnisse würden in der Schweiz gewiss sehr ähnlich ausfallen.

Fast alle suchen online, aber nicht alle werden schlau daraus

Zum Beispiel zeigte sich, dass 65 Prozent der Menschen inzwischen das Internet bei Gesundheitsfragen nützen. Der «Internet-Doktor» rangiert also direkt hinter dem persönlichen Gespräch mit dem Experten: Für 73 Prozent ist der Arzt immer noch die Haupt-Informationsquelle in Sachen Gesundheit. 
Das ist leicht erklärt. Denn obwohl so viele Menschen online nach Informationen suchen, werden sie dabei nicht immer schlau: Die Suchanfragen liefern oft widersprüchliche Informationen.
Und so bringen nur gerade 18 Prozent der Befragten den Gesundheitsportalen und Fachforen grosses Vertrauen entgegen.
Am Ende unterscheidet die Gesundheitsstudie sechs Typen von Patienten, die sich künftig zur Konsultation einfinden werden:

1. Die iPatienten: Kein Problem mit E-Health-Daten

iPatienten managen ihre Gesundheit systematisch, datenbasiert und eigenverantwortlich. Technologie ist für sie ein entscheidendes Mittel zum Zweck. 
Fast die Hälfte der Befragten wünschen sich technische Möglichkeiten, um ihre Gesundheitsdaten immer und überall zu verwalten und zu versenden. Sie legen Wert darauf, sich via Internet mit Gesundheitsexperten auszutauschen. 55 Prozent fänden es gut, dass Ärzte stets Zugriff auf ihre Patientendaten haben.
Diese Gruppe der iPatienten steige stetig an, so die Studie. 
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2. Die Gesundheitsmaximierer: Investieren in die eigene Fitness

Rund ein Drittel der Befragten gehört zum anderen neuen Typus – den «Gesundheitsmaximierern». Diese Menschen sind sehr aufgeschlossen gegenüber neuen Technologien, und sie geben gerne Geld aus, um ihren Körper gesund zu halten.
Über die Hälfte aller Befragten haben grosses Vertrauen in den technischen Fortschritt, für 47 Prozent sind technische Innovationen zur Kontrolle der Gesundheit und Fitness wichtig. Und 38 Prozent investieren nach eigenen Aussagen viel Zeit und Geld, um ihren Körper gesund zu halten. 
Körperdaten messende Wearables sind für Gesundheitsmaximierer wichtige Trainings- und Kontrollgeräte.

3. Die Gesundheitsminimalisten: Nur im Notfall

Gesundheitsminimalisten sind vor allem dann an Gesundheit interessiert, wenn sie krank werden. Sie geben nicht viel Geld für Gesundheit aus, sind aber offen für neue Wege und positive Anreize. Sie betreiben keine aktive Selbstkontrolle. 

4. Doktorholics: Offen für neue Therapien

Diese Menschen sind laut der Beschreibung der Studie recht nah am guten, alten Hypochonder. Sie sind sehr um ihre Gesundheit besorgt und investieren viel Zeit und Geld, um nicht krank oder kränker zu werden. Sie sind offen für neue Therapien und Vernetzungsmöglichkeiten. 

5. Hobby-Mediziner: Intensiv informiert

Die Hobby-Mediziner informieren sich intensiv über Krankheiten, Therapien und neue Forschungsergebnisse. Dank dem Internet kommen sie also viel ausführlicher informiert in die Praxis als früher.

6. Alternativ-Patienten

Der Alternativ-Patient unterscheidet kaum zwischen körperlichen und psychischen Störungen. Für ihn stehen sie in einem direkten Zusammenhang. 
Der Wunsch nach alternativen Behandlungsmethoden bleibt enorm weit verbreitet. 72 Prozent wünschen laut der repräsentativen Umfrage Behandlungskonzepte, die nicht nur auf der Schulmedizin basieren. 47 Prozent hätten gern mehr gesundheitliche Angebote, die ihnen «Energie für den ganzen Tag geben». 64 Prozent fänden es gut, wenn das Angebot an alternativen Behandlungsmethoden verbessert würde.

Was bleibt? Die Ganzheitlichkeit

«Informierte Patienten werden zu Co-Therapeuten», prognostizieren die Autoren des Zukunftsinstituts. Fast alle Befragten halten eine allgemein verständliche Beratung für die Gesundheitsversorgung von morgen für das Wichtigste. 
«Die Studie macht deutlich, dass technische Innovationen gewünscht sind, dass jedoch gleichzeitig der einzelne Mensch mit seinen ganzheitlichen und individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt jeder Entwicklung stehen muss», resümiert Eva Braun, Leiterin Philips Healthcare. .


  • Zur Studie: «Die Philips Gesundheitsstudie 2015. Wie Vertrauen zum Treiber einer neuen Gesundheitskultur wird»
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