Corona: Weltweit erste bekannte Impfung bei einem Säugling

Ein ein Monate altes Neugeborenes ist in der Türkei gegen Covid-19 geimpft worden. Es war ein Versehen. Aber es geht ihm bestens, wie die behandelnden Ärzte sagen.

, 24. September 2021, 06:43
image
  • coronavirus
  • impfung
  • kinder- und jugendmedizin
  • pädiatrie
Zum ersten Mal weltweit ist ein Fall bekannt, bei dem ein Säugling gegen das Coronavirus geimpft worden ist. Es handelt sich laut Medienberichten um ein ein Monate altes Neugeborenes aus der Türkei. Es sei «aus Versehen» geimpft worden, heisst es. Der Fall wird untersucht. 
Das Baby habe bereits im Juli einen Sars-CoV-2-Impfstoff statt einen Hepatitis-Impfstoff erhalten. Ob es sich dabei um Biontech-Pfizer oder Coronavac handelt, wurde nicht bekannt gegeben. Das Gesundheitspersonal, das den Impfstoff in der Region Izmir verabreichte, erkannte den Fehler sofort und informierte die Behörden. 

Kind ist in bester Gesundheit

Die Ärzte im Universitätsspital Ege um Prof. Dr. Zafer Kurugöl stellten nach einer Woche keine negativen Auswirkungen fest. Es gab auch keinerlei Nebenwirkungen. Das nun vier Monate alte Kind werde regelmässig von Infektionsspezialisten untersucht und sei weiterhin bei bester Gesundheit, heisst es weiter. Analysen hätten ergeben, dass es Antikörper gegen Covid-19 entwickelt habe. 
Kinderärzte in der Schweiz empfehlen die Covid-19 Impfung ab dem Alter von 12 Jahren «uneingeschränkt.» Für jüngere Kinder ist bislang noch kein Corona-Impfstoff zugelassen. Das Pfizer-Labor teilte diese Woche mit, dass die laufenden klinischen Studien an Kindern inzwischen auch Babys ab sechs Monaten einschliessen. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Gibt es eigentlich «Nie-Covid»-Menschen?

Es könnte sein, dass es Personen gibt, die noch nie an Covid erkrankt sind. Allerdings lässt es sich nicht belegen – noch nicht.

image

Kinderarzt kritisiert: Zu viel Alarm nur wegen Schnupfen

Immer mehr Eltern überfüllen Notfälle und Praxen – nur weil ihr Kind Schnupfen hat. Ein Kinderarzt fordert mehr Geduld.

image

«Vor lauter Corona gehen viele Zoonosen vergessen»

Seit Ende des 20. Jahrhunderts springen immer mehr Krankheitserreger von Tieren auf den Menschen über. Jakob Zinsstag erforscht diese sogenannten Zoonosen. Ein Interview.

image

Kindernotfall unter Druck: Nun gibt ein Spital Empfehlungen heraus

Die vielen Fälle von Bronchiolitis sorgen im Kindernotfall des Freiburger Spitals für eine starke Auslastung. Jetzt handelt das Spital.

image

Neues Spezialisten-Team im Einsatz für Long-Covid-Patienten in Lausanne

Das Centre Leenaards de la Mémoire-CHUV hat eine neue Sprechstunde für Menschen, die an Long Covid leiden und neuropsychiatrische Komplikationen haben.

image

Nun gibt es die kinderchirurgische Sprechstunde neu in Sursee

Das Luzerner Kantonsspital baut sein Angebot für Kinder und Jugendliche in Sursee weiter aus. Die Patienten betreuen Sabine Zundel und Peter Esslinger.

Vom gleichen Autor

image

Berner Arzt hat Aufklärungspflicht doch nicht verletzt

Im Fall einer Nasen-OP mit Komplikationen verneint das Bundesgericht eine Pflichtverletzung eines Berner HNO-Arztes. Die Vorinstanzen haben noch anders entschieden.

image

Warum hunderte Pflegekräfte derzeit «Rücktrittsschreiben» verfassen

Eigentlich möchten viele Pflegefachpersonen ihrem Beruf gar nicht den Rücken kehren. Doch das System zwingt sie dazu, wie eine aktuelle Kampagne in den USA exemplarisch zeigt.

image

Ärzte erhalten von Ärzten eine Sonderbehandlung

Ärzte als Patienten kriegen bestimmte Privilegien, die andere Patienten oder Patientinnen nicht erhalten würden. Dies sagt die grosse Mehrheit der in einer Studie befragten Ärzte.