Brustkrebs: Ibrance ab heute auf der Spezialitätenliste

Damit wurde erstmals ein Krebsmedikament zugelassen, das auf der CDK-4/6-Inhibition basiert.

, 1. März 2017 um 08:00
image
  • onkologie
  • pfizer
  • medikamente
Der Entscheid wurde gestern im «Club» des Fernsehens SRF gleich mehrfach erwähnt: Es gibt ein neues Medikament gegen Brustkrebs, das einerseits hohe Hoffnungen weckt, aber andererseits ein weiteres Beispiel bietet für die Belastung der Kassen durch neue Medikamente – darf man es denn den Patientinnen vorenthalten?
Das BAG hat entschieden: Nein. Pfizer erhält die Zulassung und Vergütung für das Brustkrebsmedikament Ibrance
Ibrance ist ab sofort zur Therapie von hormonabhängigem, fortgeschrittenem Brustkrebs zugelassen und wird vergütet. In den USA war das Präparat bereits seit Februar 2015, in der EU seit November 2016 zugelassen.
  • Zur offiziellen Website zu Ibrance
Eine Phase-III-Studie mit 521 Patientinnen hatte gezeigt, dass endokrin vorbehandelte Patientinnen mit HR-positivem/HER2-negativem metastasiertem Brustkrebs unter Kombinationstherapie mit Palbociclib und der Antihormontherapie Fulvestrant mehr als doppelt so lange ohne Fortschreiten der Krankheit lebten als unter Antihormontherapie allein.

Zellzyklus reguliert

Als erstes zugelassenes Krebsmedikament basiert Ibrance auf der CDK 4/6-Inhibition, mit der Krebszellen bereits bei der Zellteilung gehemmt werden sollen. Konkret ist der Mechanismus darauf ausgerichtet, zielgerichtet die Zellzykluskontrolle durch die Cyclin-abhängigen Kinasen CDK4 und 6 (CDK 4/6) zu beeinflussen. So soll der ausser Kontrolle geratene Zellzyklus reguliert und das Tumorwachstum gebremst werden.
«Frauen mit metastasiertem Brustkrebs brauchen dringend neue Therapieoptionen», sagt Martina Müller, Bereichsleiterin Onkologie bei Pfizer in der Schweiz. «Wir sind stolz darauf, mit Ibrance ein Medikament zur Verfügung stellen zu können, das die Situation für hunderte Frauen mit dieser Erkrankung nachhaltig verbessern kann.»
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image
Gastbeitrag von Enea Martinelli

Wir verlieren wichtige Medikamente – für immer

Dass es bei Heilmitteln zu Lieferengpässen kommt, ist bekannt. Doch das Problem ist viel ernster. Zwei Beispiele.

image

Bristol Myers Squibb: Neue Medizinische Direktorin

Carmen Lilla folgt auf Eveline Trachsel, die in die Geschäftsleitung von Swissmedic wechselte.

image

Ozempic und Wegovy: Boom in den Fake-Apotheken

In den letzten Monaten flogen hunderte Anbieter auf, die gefälschte Abnehm- und Diabetesmittel verkauften.

image

Schwindel-Medikament könnte bei tödlicher Krankheit helfen

Forschende des Inselspitals und der Uni Bern entdeckten das Potenzial eines altbewährten Medikaments gegen die seltene Niemann-Pick Typ C Krankheit.

image

Polymedikation: Grosse Unterschiede zwischen den Heimen

Rund 50’000 Menschen erhalten in den Schweizer Pflegeheimen mehr als 9 Wirkstoffe pro Woche.

image

Neuer Lonza-Chef kommt vom kleinen Hersteller Siegfried

Der neue Chef von Lonza heisst Wolfgang Wienand. Er löst den Interims-Chef Albert Baehny ab.

Vom gleichen Autor

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.