Bioelektronische Medizin: GSK und Google starten 700-Millionen-Projekt

Gemeinsam wollen die Konzerne High-Tech-Medikamente gegen chronische Krankheiten wie Arthritis, Diabetes und Asthma entwickeln.

, 1. August 2016, 10:38
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Pharma meets Silicon Valley: Diese Kombination ist inzwischen alles andere als überraschend. Gerade in der Schweiz kennt man die Kooperation von Novartis und Google zur Entwicklung von «smarten» Kontaktlinsen. Ein weiterer Schritt zur Schaffung von High-Tech-Medikamenten wurde an diesem Montag angekündigt: Der britische Pharmakonzern GSK (siebtgrösster Medikamentenhersteller der Welt) und das Google-Mutterhaus Alphabet gründen gemeinsam ein Unternehmen namens Galvani Bioelectronics.
Sie tragen dabei dick auf: Gemeinsam wollen die Konzerne 540 Millionen Pfund in das neue Unternehmen investieren, verteilt auf die nächsten sieben Jahre – also knapp 700 Millionen Franken.

Rund 30 Leute beginnen mit dem Aufbau

Galvani wird im Bereich der bioelektronischen Medizin tätig sein – also in der Entwicklung von Miniaturimplantaten, welche die elektrischen Signale im Körper lenken beziehungsweise verändern und mittels derartiger Impulskontrolle diverse chronische Krankheiten behandeln könnten: Entzündungs- und Stoffwechsel-Erkrankungen, aber auch hormonelle Störungen.
Die Mitteilung der beiden Konzerne nennt Arthritis, Diabetes Typ 2 and Asthma als erste Felder, in denen man sich Fortschritte erhofft durch die neue Forschungsrichtung.
Das neue Projekt wird Forschungs-Zentren in England und Kalifornien aufbauen, wofür als erstes rund 30 Wissenschaftler, Ingenieure und Ärzte abgestellt wurden. Mit dem Wachstum der nächsten Jahren sollen auch Kooperationen mit akademischen Institutionen und anderen Forschungs-Firmen gesucht werden.
Neben der erwähnten Kooperation mit Novartis ging Alphabet (beziehungsweise das für Gesundheits-Technologie zuständige Google-Schwesterunternehmen Verily) auch grössere Kooperationen ein mit Sanofi in der Diabetes-Forschung, Dexcom zum Bau eines Glukose-Überwachungsgeräts sowie Johnson & Johnson zur Entwicklung von Operationsrobotern.
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