Basel verabreicht Blut von Covid-19-Geheilten

Das Basler Universitätsspital experimentiert mit Transfusionen. Die Idee dahinter: Die Abwehrstoffe im Blutplasma von genesenen Corona-Patienten könnten Kranken helfen.

, 1. April 2020 um 09:14
image
  • spital
  • universitätsspital basel
  • blutspendedienst
  • coronavirus
«Haben den ersten beiden Covid-19-Patienten rekonvaleszentes Plasma verabreicht», twitterten am 31. März die beiden Chefärzte Manuel Battegay und Andreas Buser. Andreas Buser, Chefarzt am Blutspendezentrum SRK beider Basel, und Manuel Battegay, Chefarzt Infektiologie und Spitalhygiene am Universitätsspital Basel (USB), haben als erste in der Schweiz damit begonnen zu untersuchen, ob sich Corona-Patienten mit solchen Transfusionen behandeln lassen.

Freiwillige Blutspende von ehemaligen Infizierten

Für die Transfusionen hat das Blutspendezentrum ehemalige Covid-19-Patienten, die wieder genesen sind, um eine Blutspende gebeten. Aus dem Spenderblut gewann die Forschungsgruppe Plasma. Im Blutplasma sind sind die Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger vorhanden. Die Hoffnung der Forscher ist, dass die Abwehr-Eiweisse gegen Sars-CoV-2 im Plasma der geheilten Spender auch im Blut der Erkrankten wirken und bei der Bekämpfung des Virus helfen könnten.
Manuel Battegay und Andreas Buser haben diese Transfusionen als so genannte «experimentelle Therapie im Einzelfall» gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften SAMW angewendet. Die beiden Covid-19 Patienten, die als erste therapiert werden, sind am Universitätsspital Basel (USB) hospitalisiert, wie das Spital mitteilt.

Wie wahrscheinlich ist der Erfolg?

Das lässt sich nicht voraussagen. Bei Ebola und der Schweinegrippe gab es offenbar Patienten, bei denen sich nach Transfusionen mit dem Plasma von genesenen Patienten eine Besserung ergab. Für das derzeit verbreitete SARS-CoV-2 gibt es erst eine sehr kleine Studie. Erfolge sind keine erwiesen. Doch es zeige sich zumindest, dass man diese Therapieart näher untersuchen müsse, teilen die Forscher mit.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image
Gastbeitrag von Ronald Alder

Kürzere Arbeitszeiten sind auch nicht die Lösung

Die Politik sieht das Gesundheitswesen unterm Kostenröhrenblick, die Gewerkschaften haben den Arbeitszeitenröhrenblick. Und so werden die wahren Probleme übersehen.

image

Hochspezialisierte Medizin: Warnschuss aus dem Thurgau

Die Kantonsregierung prüft den Austritt aus der Interkantonalen HSM-Vereinbarung. Und sie vermeldet den Unmut weiterer Kantone.

image

Klinik Hirslanden: Philippe Diserens neu im Management

Der Gesundheitsökonom übernimmt die Leitung des Performance Management.

image

Behandlungsrekord am Kantonsspital Baden

Mehr stationäre Patienten, eine Zunahme der ambulanten Konsultationen, weniger Notfälle – und mehr Benefits für die Angestellten.

image

KSGL: «Wir wollen üsärs Spital retten!»

Die Personalkommission des KSGL stellt sich hinter ihr Spital und kritisiert das Vorgehen des SBK.

image

Gewalt im Spital: Es betrifft nicht nur den Notfall

Und die Lage ist am Wochenende keineswegs besonders kritisch. Eine grosse Datenauswertung in den USA setzt neue Akzente.

Vom gleichen Autor

image

Tadel für die Swica: Sie verspricht zu viel

Comparis prangert Spitalzusatzversicherungen für Ungeborene an: Die meisten Kassen behalten sich nachträgliche Änderungen vor.

image

Schönheitsoperationen: Lieber ins Nachbarland

Weltweit boomt die Schönheitschirurgie. Aber Zahlen zeigen: Schweizerinnen lassen sich lieber im Ausland operieren.

image

Südkoreas Ärzte protestieren - gegen mehr Studienplätze!

In Südkorea streiken die Ärzte. Sie fürchten die Konkurrenz, wenn es wie geplant 2000 Studienplätze mehr geben sollte.