18 Millionen Franken Verlust: Spital Freiburg bleibt ein finanzieller Notfall

Das Freiburger Spital (HFR) ist vom letztjährigen Finanz-Debakel noch nicht genesen. Auch 2019 gibt es wohl einen Verlust von rund 18 Millionen Franken.

, 16. Januar 2019, 13:53
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«Die finanzielle Situation bleibt angespannt», schreibt das Freiburger Spital (HFR) in einer Medienmitteilung. Die Situation dürfte eher ein akuter Notfall sein. Denn der Verwaltungsrat rechnet 2019 mit einem Verlust von 17,9 Millionen Franken.
Es dürfte dabei ein schwacher Trost sein, dass dieser Verlust geringer ausfällt als im Vorjahr, in welchem wohl ein Defizit von 21,3 Millionen Franken anfallen wird.
Es habe vielfältige Gründe, dass das HFR kein ausgeglichenes Budget vorlegen könne. Hauptursache seien die Tarifsenkungen im stationären Bereich, die sich seit Ende Sommer abgezeichnet hätten, heisst es weiter in der Mitteilung.

Rigorose Personalpolitik

Die Spitalleitung verfolgt laut eigenen Angaben «eine rigorose Personalpolitik und wird Neubesetzungen von Stellen, die nicht direkt mit der Patientenbetreuung verbunden sind, überprüfen sowie unvermeidliche Neubesetzungen hinauszögern.»
Das HFR werde sich zudem weiterhin um eine Reduktion der Aufenthaltsdauer bemühen. Allerdings sind im Budget auch Unterhalts- und Reparaturkosten von 15 Millionen Franken enthalten, die unausweichlich seien, um die Qualität der Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

Mängel zeigten sich schon letzten Juli

Schon letzten Sommer zeigten Untersuchungen des kantonalen Finanzinspektorats, dass es im HFR «erhebliche Mängel» bei der Kostenrechnung, beim Budgetverfahren und im Lohnsystem gebe.
Das gigantische Defizit von über 20 Millionen Franken habe sich angehäuft, weil die Spitalverantwortlichen die Kosten nicht im Griff hätten.
Konkret stellten die Prüfer fest: Die Budgetaufstellung folgt keinem formalisierten Verfahren. Deren Daten seien unbrauchbar. In der Verwaltung zahle das HFR zu hohe Löhne. Ausserdem zeigte eine Überprüfung von rund 160 Anstellungsdossier, dass fast die Hälfte dieser Personen kein Pflichtenheft bekommen hat.
Der Freiburger Staatsrat verlangte letzten Sommer Sofortmassnahmen. Gestern schrieb das HFR, «die geplante strategische Neuorientierung soll dazu beitragen, die Kostenstruktur des HFR ausgeglichener zu gestalten.»

Wird es der neue Finanzdirektor richten?

Seit knapp drei Monaten hat das HFR einen neuen Finanzdirektor: Es engagierte den Berner Klaus Werlen. Der 51-Jährige war zuvor Finanzdirektor der Hirslandendenklinik Linde in Biel.
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