Gesundheitswesen: Italien will Steuer für Grenzgänger

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni will Grenzgänger in der Gesundheitsbranche besteuern, um dem Pflegenotstand im eigenen Land zu begegnen.

, 6. November 2023 um 07:44
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Will die Lombardei attraktiver machen fürs Medizinpersonal: Premierministerin Giorgia Meloni  |  Bild: Governo italiano.
Italien plant, Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten, zur Finanzierung des italienischen Gesundheitswesens heranzuziehen. Der Haushaltsentwurf 2024 sieht vor, dass Grenzgänger zwischen drei und sechs Prozent ihres Nettolohns als Steuer in Italien zahlen, um das nationale Gesundheitssystem zu unterstützen.
Die Massnahme, die wohl die Attraktivität des Schweizer Gesundheitssystems für italienische Arbeitskräfte mindern wird, betrifft Grenzgänger, die nach dem alten Grenzgängerregime besteuert werden und in der Schweiz einer Quellensteuer unterliegen, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

Mehr Lohn für Ärzte und Pflege

Mit den Einnahmen aus dieser Steuer sollen Gesundheitseinrichtungen im Grenzgebiet unterstützt werden, die unter einem Mangel an einheimischem Gesundheitspersonal leiden. Dort könnte der Lohn für Pflegekräfte oder Ärzte um 750 Euro pro Monat erhöht werden. Die Abgaben könnten Einnahmen in Höhe von 110 Millionen Euro generieren.
Kritiker wiederum sprechen von «Diebstahl» und fordern die Streichung des Gesetzesvorschlags.
Viele italienische Gesundheitsfachkräfte finden im benachbarten Tessin bessere Verdienstmöglichkeiten. Durch den starken Franken sind die Löhne für Gesundheitsberufe in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dies hat zu einem Fachkräftemangel in den angrenzenden italienischen Provinzen Como, Varese und Sondrio geführt.
  • Hintergrund: «Jagd nach italienischen Krankenschwestern». Italiens Pflegepersonal arbeitet lieber in der Schweiz – wegen der höheren Löhne. Neue Einkommenssteuern könnten den Exodus eindämmen.

  • spital
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