Die Rega scheitert im Wallis an Air Zermatt und Air Glacier

Der Kampf der Rettungs-Unternehmen um den Walliser Luftraum ist entschieden: Die Rega erhält keinen Auftrag.

, 30. November 2022, 15:40
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Die Rega-Basis in Sion am Tag der Offenen Tür vor gut einem Monat. | zvg
Die beiden Walliser Helikopter-Unternehmen Air Zermatt und Air-Glaciers behalten die Rettungshoheit in ihrem Kanton. Die Rega hat den begehrten Auftrag nicht erhalten.
Die Kantonale Walliser Rettungsorganisation (KWRO) findet, dass die beiden bewährten Heli-Firmen zusammen sämtliche Anforderungen erfüllen. Die Air Glaciers hat ihre Helikopter im Unterwallis, die Air Zermatt im Oberwallis.

Rega hat nur einen Heli im Wallis

Die Rega hat hingegen nur einen Helikopter stationiert, und zwar in Sitten. Die vierte Firma, die sich beworben hatte, die Héli-Alpes, sei nicht berücksichtigt worden, weil sie die Kriterien nicht erfüllte.
Ironischerweise war es gerade diese kleine neu gegründete Firma mit dem Geschäftsführer Francis Sermier, die vor Gericht erzwang, dass das Wallis die Bergrettung überhaupt öffentlich ausschreiben musste und sie nicht mehr stillschweigend den beiden Platzhirschen Air Zermatt und Air Glaciers zuschanzen konnte.

Sermier ortet «Walliser Filz»

Der nun abgeblitzte Sermier äusserte im «Blick» Kritik am Auswahlverfahren: «Das ist typischer Walliser Filz!» Philipp Perren, der im Verwaltungsrat der KWRO sitzt, ist gleichzeitig auch Verwaltungsratspräsident von Air Zermatt und Air-Glaciers. Patrick Fauchère von Air-Glaciers ist ebenfalls Verwaltungsrat der KWRO.
Die KWRO weist Sermiers Vorwürfe aber zurück. Sie habe das Verfahren unabhängig durchgeführt. Um Interessenskonflikte zu vermeiden habe sich der Verwaltungsrat der KWRO in einen eingeschränkten Verwaltungsrat umorganisiert. Zwei unabhängige Experten hätten das Gremium unterstützt.

Die Kriterien für den Auftrag:

Die Bewertung habe sich ausschliesslich auf die Kriterien konzentriert, die im Leistungsauftrag für das kantonale Helikopter-Rettungsdispositiv enthalten sind. Diese Kriterien lauten:
  • In der Spitzensaison vom 25. Dezember bis 16. April sind drei Helikopter am Tag und ein Helikopter in der Nacht je fürs Ober- und fürs Unterwallis verfügbar.
  • In der Hochsaison (131 Tage, verteilt auf Ende April und Anfang Mai, Juni bis September und Dezember) sind zwei Helikopter am Tag und einer in der Nacht im Oberwallis sowie ein Helikopter am Tag und einer in der Nacht für das Unterwallis verfügbar.
  • In der Nebensaison ist ein Helikopter am Tag und in der Nacht in beiden Regionen verfügbar.

Rega-Beizug wäre zu aufwändig

Mit ihrer Entscheidung will die KWRO «das hohe Engagement der Piloten und des Pflegepersonals beibehalten». Ein Beizug der Rega hätte keinen zusätzlichen Nutzen für die Patienten, sondern würde eine komplexere Planung, Organisation und Verwaltung bedeuten, «was sich negativ auf das Kompetenz- und Erfahrungsniveau der Beteiligten auswirken würde», argumentiert die KRWO.
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