Der frühere Schweizer Olympiaarzt sei freiwillig aus dem Leben geschieden: Dies meldet die «Aargauer Zeitung» – wobei sie Toni Held im Nachruf als
«Don Quijote der Sportmedizin» bezeichnet. Held starb kurz vor seinem 55. Geburtstag.
Er wurde vor allem durch seine sportmedizinischen Funktionen bekannt. Unter anderem war er Verbandsarzt der Orientierungsläufer, er begleitete die Schweizer Kunstturner an die WMs 1994 und 1995, er war Stützpunktarzt Leichtathletik – und vor allem war Held der Arzt des Schweizer Teams an den Olympischen Spielen von Barcelona, Atlanta und Sydney.
Denn ab 1991 arbeitete der gebürtige Bündner, der in Zürich studiert hatte, auch elf Jahre lang als Leitender Arzt am Sportwissenschaftlichen Institut der Eidgenössischen Sportschule Magglingen. Wie die AZ auch in Erinnerung ruft, betreute Toni Held mehrere erfolgreiche Athleten wie Viktor Röthlin oder die Fechterin Gianna Hablützel-Bürki.
Zero Tolerance
Der Kampf gegen unbewältigte Doping-Tendenzen im Schweizer Sport soll ihn in der Folge sehr mitgenommen haben. Auch sei eine bipolare Störung diagnostiziert worden, die er selber bestritt, so die «Aargauer Zeitung»; sie zitiert auch eine Athletin mit der Aussage: «Er wurde an den Rand der Gesellschaft gestossen. Und dann haben ihn über die Jahre Ereignisse und Vorkommnisse, die er nicht verstehen, mit seiner Haltung nicht vereinbaren konnte, im wahrsten Sinne des Wortes aufgefressen.»