Herzzentrum Bodensee schliesst – Insolvenz deutscher Kliniken leicht rückläufig

In Grenznähe zur Schweiz musste das private Herzzentrum Bodensee schliessen, nachdem eine Übernahme gescheitert ist. Insgesamt meldeten 2025 in Deutschland 22 Krankenhäuser Insolvenz an.

, 20. Januar 2026 um 05:28
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Bild: zvg
Im Jahr 2025 mussten in Deutschland 22 Krankenhäuser Insolvenz anmelden, betroffen waren 26 Standorte – ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren (2024: 24 Häuser/30 Standorte, 2023: 29 Häuser/34 Standorte).
Die meisten Verfahren betrafen freigemeinnützige Kliniken (13 Standorte), gefolgt von öffentlichen Häusern (acht) und privaten Kliniken (fünf).
Von den 2025 eröffneten Verfahren endeten bisher zwei bereits mit Schliessungen, bei drei weiteren konnte der Betrieb fortgeführt werden. Insgesamt schlossen im vergangenen Jahr sechs Häuser.
In Grenznähe zur Schweiz hat es besonders das private Herzzentrum Bodensee getroffen. Das Konstanzer Herzzentrum meldete im vergangenen Juli Insolvenz an und musste im Dezember seinen Klinikbetrieb einstellen, nachdem Verhandlungen über eine Übernahme durch den Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) gescheitert waren. Rund 150 Beschäftigte sind betroffen. Laut Insolvenzverwaltung Grub Brugger liess sich «keine wirtschaftlich tragfähige Lösung finden, die eine Fortführung des Klinikbetriebs ermöglicht hätte».
Ein zweiter Standort des Herz-Zentrums, das Herz-Neuro-Zentrum Bodensee, befindet sich auf dem Spitalcampus in Münsterlingen, in der Schweiz. Der Standort ist von den Entwicklungen nicht betroffen und wird seinen Betrieb uneingeschränkt fortführen, wie das Klinikprotal «Kma online» berichtete.

Angespannte Situation

Die wirtschaftliche Situation der deutschen Krankenhäuser bleibt angespannt. 2024 verzeichneten zwei Drittel der Kliniken Verluste, der Anteil mit Jahresfehlbetrag stieg auf 66 Prozent. Nur noch sechs Prozent der Häuser bewerten ihre Lage als eher gut, und für 2026 erwarten lediglich 13 Prozent eine Verbesserung, wie das Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) zeigt.
Zusätzlich sorgt die geplante Krankenhausreform für Unsicherheit: 90 Prozent der Kliniken beklagen fehlende Planungssicherheit etwa bei Leistungsstrukturen, Fallzahlen und Liquidität. Viele investieren deshalb aktuell nicht in Infrastruktur oder organisatorische Veränderungen.
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