Das Bürgerspital Solothurn lässt seine Direktorin fallen

Die Solothurner Spitäler haben Karin Bögli per sofort von ihren Pflichten entbunden. Über die Gründe schweigen sich die Verantwortlichen aus.

, 10. Januar 2023 um 05:00
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Im Bürgerspital Solothurn kommt es zu einem abrupten Abgang. | zvg
Karin Bögli ist aktuell von ihrer Funktion als Direktorin beim Bürgerspital Solothurn freigestellt. Die sofortige Entbindung von ihren Pflichten habe bereits kurz vor Weihnachten stattgefunden, wie lokale Medien jetzt berichten. Martin Häusermann, der CEO der Solothurner Spitäler (Soh), hat die Freistellung seines Geschäftsleitungsmitglieds gegenüber den Medien bestätigt.
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«Die Gründe sind für mich nicht klar und nicht nachvollziehbar», sagt Bögli der «Solothurner Zeitung» am Montag. Die 49-jährige Ökonomin, seit drei Jahren im Amt, habe zwar Dokumente erhalten, diese seien für sie aber nicht klar verständlich. Dafür brauche sie vollständige Akteneinsicht, und die sei derzeit nicht gegeben. Bevor sie das Dossier nicht abschliessend habe lesen können, könne sie sich nicht weiter dazu äussern, sagt Bögli der Zeitung.

Bislang keine offizielle Information

Eine offizielle Stellungnahme der Solothurner Spitäler hat es bis jetzt zudem nicht gegeben, was in der Politik zu Kritik führt. Die Verantwortlichen können und dürfen gegenüber den Medien aber offenbar aufgrund des laufendes Verfahrens keine weiteren Angaben machen, heisst es floskelhaft. Aktuell laufe die Phase des rechtlichen Gehörs, in der freigestellte Mitarbeitende Stellung nehmen können. Es kann nur darüber spekuliert werden, warum die Bürgerspital-Direktorin nicht mehr erwünscht ist.
Die Funktion als Spitaldirektor in Solothurn hat interimistisch Dieter Hänggi übernommen, Leiter der Pflegedienste am Bürgerspital und Stellvertreter von Karin Bögli. Für die Mitarbeitenden, die aus den Medien über die Absetzung ihrer Chefin erfahren haben, dürfte die aktuelle Situation zu Unsicherheit führen: Denn es ist bereits der dritte Direktionsposten-Wechsel innert weniger Jahre in Solothurn. Dies wirft bei Politikerinnen und Politikern Fragen auf und führt nun auch zu viel Klärungsbedarf.
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