Telemedizin 'to go' an Frankreichs Bahnhöfen

Mit rund 300 Telemedizin-Boxen soll der Ärztemangel in «Versorgungswüsten» bekämpft werden. Hinter dem Projekt steht das Bahnunternehmen SNCF.

, 20. Dezember 2023 um 07:59
letzte Aktualisierung: 24. Februar 2024 um 11:39
image
Das französische Bahnunternehmen SNCF will hunderte Stationen für Telemedizin einrichten. Konkret sollen bis zum Jahr 2028 in rund 300 Bahnhöfen solche Boxen entstehen. Damit soll in Gebieten mit Ärztemangel der Zugang zur medizinischen Versorgung erleichtert werden.
Im Schnitt warten Patienten in Frankreich 52 Tage auf einen Termin beim Augenarzt und 61 Tage auf einen Hautarzt-Teermin. Die Zahl der Allgemeinmediziner sank von 2010 bis 2022 um elf Prozent; in den kommenden zehn Jahren erreicht zudem ein Viertel von ihnen das Pensionsalter. Rund 9 bis 12 Prozent der Franzosen leben in sogenannten Versorgungswüsten.
Partner der SNCF ist das Unternehmen Loxamed, das während der Corona-Pandemie Covid-Testzentren in umgerüsteten Baustellencontainern an Bahnhöfen eingerichtet hatte. Nach diesem Modell sollen etwa 15 Quadratmeter grosse Telemedizin-Boxen auf den Bahnhofsvorplätzen eingerichtet werden.
Die Videosprechstunden werden von Ärzten durchgeführt, zusätzlich soll aber eine Pflegefachperson vor Ort sein, die bei der Untersuchung assistiert. Damit sollen auch Impfungen und Blutabnahme möglich werden, teilte SNCF mit.
Auch in der Schweiz spielt Telemedizin eine immer grössere Rolle in der Gesundheitsversorgung. Der Telemedizin-Anbieter Medgate etwa hat im ersten Quartal 2023 rund 280’000 Anfragen erhalten – mit Wachstumsraten von über 20 Prozent.
    Artikel teilen

    Loading

    Comment

    2 x pro Woche
    Abonnieren Sie unseren Newsletter.

    oder

    Mehr zum Thema

    image

    Kantonsspital Graubünden: Patrik Oehri neuer Verwaltungsrat

    Graubünden wie Liechtenstein: Helmuth Vogt wird durch den ehemaligen Regierungschef-Stellvertreter ersetzt.

    image
    Gastbeitrag von Michael Jordi

    Qualität ist keine Glaubensfrage

    Bei der Qualität im Gesundheitssystem wird nicht zu viel gesteuert und vereinheitlicht – sondern eher zu wenig. Viele Akteure wollen einfach ihr eigenes Messsystem als Standard sehen.

    image

    KSSG: Mitarbeitende sprechen von Pflegeexodus

    Das Pflegepersonal äussert öffentlich Kritik, meldet schwierige Arbeitsbedingungen und hohe Fluktuation. Der SBK zeigt sich besorgt – das KSSG beschwichtigt.

    image

    Curafutura: Marco Romano folgt auf Sandra Laubscher

    Der ehemalige Mitte-Nationalrat wird Leiter Gesundheitspolitik und Mitglied der Geschäftsleitung.

    image

    Versicherer bietet allen Kunden Gen-Tests an

    Beim US-Konzern Mass Mutual können alle Versicherten zwischen 35 und 70 ihr genetisches Risiko für acht Erkrankungen prüfen lassen.

    image

    Kantonsspital Olten: Neuer Kardiologie-Leiter

    Zugleich wird Dominik Zumstein auch stellvertretender Chefarzt.

    Vom gleichen Autor

    image

    Bürgerspital Solothurn: Gerichtliche Einigung mit Direktorin

    Die Kündigung war für Karin Bögli nicht nachvollziehbar. Nun einigte sie sich mit der SoH auf eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses.

    image

    Das sind die Top-Medizin-Unis der Welt

    Im «QS World University Ranking» schneidet die ETH als beste Schweizer Medizin- und Life-Sciences-Hochschule ab. In der Zahnmedizin landen gleich zwei Schweizer Unis in den Top Ten.

    image

    CHVR: Stroke-Spezialist wird Chefarzt

    Christophe Bonvin leitet neu die Abteilung für Neurologie am Centre Hospitalier du Valais Romand (CHVR).