Zürich: Dem Triemli-Spital droht Geldnot

Das Stadtspital braucht einen Sonderzustupf. Jetzt erwächst politischer Widerstand.

, 21. September 2016 um 04:00
image
  • zürich
  • stadtspital zürich
  • spital
Dass das Zürcher Stadtspital Triemli wegen des neuen Bettenhauses in Finanznot ist und nun bei den Stellen auf die Bremse stehen muss: Das war im Frühsommer bekannt geworden. 
Wegen der Abschreibungen und Zinsen für die Bau-Investitionen wird es immer schwieriger, das Haus überhaupt noch rentabel zu betreiben. Wie die «Neue Zürcher Zeitung» heute vorrechnet, werden diese Kosten bis 2018 auf rund 60 Millionen steigen – während die Gewinne des Triemli in den letzten Jahren 7 bis 10 Millionen Franken erreichten. Da zeichnet sich also etwas ab, was man gemeinhin ein strukturelles Defizit nennt.

«Fehlplanung»

Im letzten Jahr bereits schrieb das Stadtspital einen Verlust, erstmals seit 2012. Eine Erklärung dafür: Gewisse Kosten für die Inbetriebnahme des neuen Bettenhauses seien bereits 2015 angefallen.
Der Zürcher Stadtrat wünscht nun vom Gemeinderat, dass das laufende Budget des Triemli um 15,4 Millionen Franken aufgestockt wird. Doch wie die NZZ nun aus der Ratsdebatte meldet, stösst diese Idee auf ernsthaften Widerstand: FDP, SVP und GLP sind offen dagegen, und die CVP dürfte sich voraussichtlich auch gegen die Budgeterhöhung aussprechen. «Es kann nicht sein, dass die Steuerzahler für die Fehlplanung der Stadt zur Kasse gebeten werden», so SVP-Gemeinderat Peter Schick: Das Triemli habe schlicht zu viel investiert.

Auch hier: die AG-Frage

Und der Präsident der Zürcher Stadt-FDP erneuert nun die Forderung, die beiden Stadtspitäler Triemli und Waid aus der Verwaltung auszugliedern

NZZ.

Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Hirslanden: Umbau an der Spitze – näher zu den Regionen

Hirslanden-Zürich-Direktor Marco Gugolz zieht als Regional Operations Executive in die Konzernleitung ein.

image

Was geschieht mit dem Spital Thusis?

Die Stiftung Gesundheit Mittelbünden sucht Wege aus der finanziellen Krise – beraten von PwC. Ein Entscheid soll im Herbst fallen.

image

CSEB: «Herausfordernd, aber zufriedenstellend»

Trotz roten Zahlen und leicht rückläufigen Patientenzahlen gibt sich das Center da sandà Engiadina Bassa optimistisch.

image

Spital STS: Hohe Patientenzahlen bewahren nicht vor Verlust

Sowohl stationär als auch ambulant gab es bei der Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland 2023 einen Zuwachs.

image

Spital Lachen bricht Neubau-Projekt ab

Nun soll saniert statt neu gebaut werden – aus finanziellen Gründen, aber auch wegen der Flexibilität.

image

Spitalzentrum Biel: Sehr rote Zahlen wegen Sonderabschreiber

Andererseits war 2023 ein Wachstumsjahr für die SZB-Gruppe, es gab einen Rekordwert bei den Patientenzahlen. Und die dynamische Entwicklung setze sich 2024 fort.

Vom gleichen Autor

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.